Vertrag bei der ARD: Günther Jauch darf weiter werben
zuletzt aktualisiert: 19.11.2006 - 10:38Hamburg (RPO). Günther Jauch darf offenbar weiter Werbung machen, auch wenn er künftig bei der ARD unter Vertrag steht. Ein entsprechender Vertrag soll schon unterzeichnet sein. Jauch moderiert ab September 2007 eine ARD-Sendung, die die Nachfolge von Sabine Christiansen antreten wird.
Der "Spiegel" berichtet unter Berufung auf ARD-Kreise, dass nach dem Vertragsentwurf zwischen dem Senderverbund und Jauch nur Werbung ausgeschlossen sein soll, die die Glaubwürdigkeit der ARD beschädigen würde.
Geprüft werden solle das im Einzelfall. Als mögliche Beispiele für ein Verbot nannte das Nachrichtenmagazin Reklame für die Deutsche Telekom, die als Großunternehmen häufig Gegenstand der Jauch-Sendung sein könnte, oder Werbung für den Erotik-Versand Beate Uhse.
Nach Informationen des "Focus" haben Jauchs Produktionsfirma I&U und der federführende NDR den Vertrag vergangene Woche paraphiert, also abgezeichnet. Jauch könne die ARD-Talksendung selbstständig gestalten, und die ARD nehme kaum redaktionellen Einfluss, hieß es. Zudem werde ihm eingeräumt, seine laufenden Werbeverträge zu erfüllen. Er könne auch neue Werbeverträge abschließen, sofern sie seine neue Sendung "nicht berühren".
Einen Ausstieg von Jauch aus seiner RTL-Sendung "Stern TV" sieht der Entwurf laut "Spiegel" nicht vor. Der Moderator verpflichte sich nur darauf, kein direktes Konkurrenzformat zu moderieren. Die Kosten der Sendung sollen sich im Vergleich mit "Sabine Christiansen" nicht wesentlich ändern. Nach Branchenschätzungen seien es rund neun Millionen Euro jährlich, hieß es weiter. Jauch werde ebenso wie Christiansen die Sendung selbst produzieren - allerdings pro Jahr etwa zwei Sendungen weniger.
In der ARD spricht man dem Bericht zufolge von einem fairen Verhandlungsergebnis, gemessen daran, dass Jauch nicht exklusiv zur ARD wechselt. Die Intendanten würden die Details des Vertrags auf ihrer internen Sitzung am 28. November beraten.
Die Sendung "Sabine Christiansen" läuft noch bis Sommer nächsten Jahres. Im September soll Jauch mit seiner politischen Talksendung starten.
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