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Tatort "Falsches Leben": Gut gespielte Leipziger Langeweile

VON CHRISTIAN SIEBEN - zuletzt aktualisiert: 07.12.2009 - 08:26

Düsseldorf (RPO). Eigentlich hatte der Leipziger Tatort vom Sonntagabend alles, was ein guter Krimi braucht: Offene Rechnungen aus alten Zeiten, geraubte Kirchenschätze und überzeugende Schauspieler. Aber etwas ließ der Film "Falsches Leben" leider gänzlich vermissen: Spannung.

Vielleicht lag es daran, dass die Macher zu viel in 90 Minuten Handlung pressen wollten. Es ging um eine vor 40 Jahren gesprengte Kirche, geraubte Grabschätze, Zwangsadoptionen in der DDR, behinderte Kinder, gewissenlose Geschäftemacherei, brutale Polizisten im SED-Regime, das irgendwie erotische Verhältnis der Ermittler, Ossi-Wessi-Witzeleien und einen großen Bluff.

Viel Stoff. Leider zu viel. Denn letztlich vertieft das Drehbuch von Andreas Pflüger keines der großen Themen ausreichend. Wenn zum Beispiel die Ermittler Eva Saalfeld (Ost) und Andreas Keppler (West) über die deutsche Geschichte diskutieren sollen, muss die Kommissarin rufen: "Jaja, und bei uns waren alle in der Stasi, oder was?" Das ist ein bisschen flach, das ist ein bisschen zu wenig.

Und so plätscherte dieser Film 90 Minuten lang lau dahin. Ob letztlich der in Geldnot geratene Kunsthändler, der skrupellose Ex-Polizist oder die verhärmte Aktivistin der Täter war – irgendwie ließ das den Zuschauer kalt. Der große Bluff, mit dem Saalfeld letztlich einen alten Kollegen ihres Vaters überführte, wirkte konstruiert und unglaubwürdig.

Was war gut an diesem Tatort? In erster Linie die Schauspieler. Simone Thomalla und Martin Wuttke gaben dem ungleichen Ermittlerpaar immer wieder Charme und Esprit. Thekla Carola Wied ("Ich heirate eine Familie") als Mutter des Opfers überzeugte ebenso wie Lavinia Wilson als Tochter eines Kunsthändlers.

Es war also nicht alles schlecht an diesem Sonntagabend, wirklich nicht. "Tatort"-Freunde dürfen also auf die nächste Folge aus Leipzig hoffen. Dann hoffentlich wieder mit tollen Darstellern – und bitte auch Spannung.


 
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