Entertainer spielt doch Helmut Schmidt: Harald Schmidt als Wendehals
zuletzt aktualisiert: 01.07.2004 - 14:25Köln (rpo). Nun also doch: Harald Schmidt spielt Helmut Schmidt. Der Schauspieler und Ex-Late-Night-Moderator wird entgegen seiner ersten Absage nun doch den SPD-Politiker in dem RTL-Zweiteiler über die Hamburger Strumflut 1962 spielen. Das teilte die Berliner Produktionsfirma teamWorx am Donnerstag mit. Der Fernseh-Schmidt kann den Polit-Schmidt doch spielen, weil seine Drehtermine auf den Januar nächsten Jahres verlegt wurden.
Harald Schmidt hatte laut teamWorx versichert, er würde wahnsinnig gerne mitspielen, sei aber bis Januar auf Reisen. Produzent Nico Hofmann erklärte der AP, er habe Schmidt in der Bochumer Aufführung von "Warten auf Godot" als "gereiften Bühnenschauspieler" erlebt. Helmut Schmidt strahle als Hamburger Innensenator - er war damals 43 Jahre alt - Altersreife und eine ungeheure Souveränität aus, sagte Hofmann. Harald Schmidt - er wird im August 47 Jahre alt - sei ebenfalls sehr souverän. Die optische Ähnlichkeit mit dem Politiker sei nicht entscheidend für die Besetzung, erklärte der Produzent.
Die "große Klammer"
Für die Szenen mit dem Hamburger Innensenator, der 1962 die Rettungsmaßnahmen bei der Überschwemmungskatastrophe leitete, sind drei bis fünf Drehtage vorgesehen. Sie bilden die "große Klammer" der Filmhandlung, wie Hofmann erklärte.
Zentrum der Geschichten um die Hamburger Sturmflut, die 75.000 Menschen obdachlos machte und 337 Menschenleben forderte, ist eine Dreiecksgeschichte um eine junge Frau (Nadja Uhl), die zum zweiten Mal heiratet und an diesem Tag ihren Exmann wieder trifft. Benno Fürmann und Jan Josef Liefers spielen die Männer; Götz George spielt den Vater des von Fürmann gespielten Mannes.
Abgesehen von dieser fiktiven Geschichte beruhen alle anderen Ereignisse auf dem wirklichen Geschehen, wie Hofmann erklärte. Ottfried Fischer ist als Pfarrer einer Kirche besetzt worden, in die sich Überlebende der Flut retten. Heiner Lauterbach und Natalia Wörner werden Wissenschaftler auf einem Bohrturm in der Nordsee darstellen.
Die Dreharbeiten beginnen am 25. Oktober und sollen 50 Tage dauern. Die Ausstrahlung bei RTL ist für Ende nächsten Jahres geplant.
Die Firma teamWorx hat bereits andere reale Geschichten - "Der Tunnel" über eine Flucht aus der DDR, die Oetker-Entführung und das Hitler-Attentats der Stauffenberg-Gruppe - verfilmt. Weitere große Stoffe sind in Arbeit: "Der Feuersturm" über die Bombardierung Dresdens für das ZDF und die Flucht und Vertreibung Deutscher während des Zweiten Weltkriegs für die ARD.
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