Gelungenes Fernseh-Comeback: Harald Schmidt lockt fünf Millionen Zuschauer
zuletzt aktualisiert: 24.12.2004 - 13:12Köln (rpo). Furioses TV-Comeback für Harald Schmidt: 5,16 Millionen Menschen - 16,6 Prozent aller deutschen Fernsehzuschauer - schalteten ihre Fernseher ein, als der Late-Night-Talker in der ARD genau ein Jahr nach der letzten Ausgabe der Harald-Schmidt-Show in Sat.1 sein Comeback feierte.
In der ARD nahmen Schmidt und sein "Chef-Dramaturg" Manuel Andrack am Donnerstag einen absoluten Spitzenplatz ein. Sie wurden nur noch von der Tagesschau-Sendung um 20 Uhr übertroffen, die 5,26 Millionen Zuschauer und eine Quote von 17,6 Prozent verzeichnete. Vom 19. Januar an sendet die ARD die Schmidt-Show zwei Mal wöchentlich, jeweils mittwochs und donnerstags um 23 Uhr, nach den Tagesthemen.
ARD-Vorsitzender Jobst Plog zeigte sich begeistert: "Schmidt ist wieder da - mit viel Witz, Ironie und großartigen Ideen." Die ARD habe einer der großen deutschen TV-Entertainer in Bestform auf den Bildschirm zurückgeholt. "Gemeinsam mit Schmidts großer Fangemeinde freue ich mich auf die 64 Shows im neuen Jahr", sagte Plog. ARD-Programmdirektor Günter Struve sprach von einem "Auftakt nach Maß".
Der Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates, Ruprecht Polenz, verteidigte die Kosten für die Sendung, die die ARD Medienberichten zufolge rund acht Millionen Euro kosten soll. Herausragende Entertainer wie Schmidt oder auch Thomas Gottschalk müssten auch besonders honoriert werden, sagte er im Deutschlandradio Berlin. Ob Harald Schmidt sein Geld wert sei, müsse die ARD selbst entscheiden. "Ich denke, die ARD hat sich um Schmidt bemüht, weil sie sich ein bestimmtes Image von dieser Sendung verspricht. Und ich kann ihr nur die Daumen drücken, dass sie damit Erfolg hat."
Schmidt in Bestform
In der 45-minütigen Sendung, die grundsätzlich ohne Gäste auskommen soll, präsentierte sich Schmidt weitgehend als Alleinunterhalter. Mitstreiter Andrack fungierte als Stichwortgeber. "Ich bin froh, dass man es mir heute erlaubt, mich auf schüchterne Weise wieder in den deutschen Arbeitsmarkt einzufädeln", kommentierte Schmidt seine Rückkehr ins Fernsehen in der Sendung. Um kurz darauf etwas weniger bescheiden hinzuzufügen: "Ich beuge mich damit dem tiefen Wunsch der überwältigenden Mehrheit des deutschen Volkes." Er sei sich bewusst, dass er in den vergangenen Jahren vielen Menschen auf die Füße getreten sei, sagte der Moderator und gelobte augenzwinkernd Besserung.
In einem Beitrag mit dem Titel "Harold explains Germany" machte sich der Moderator außerdem als internationaler Werbebotschafter für Deutschland stark. Man sei inzwischen "more international" und "no longer Nazis".
Während der Aufzeichnung sinnierte der Moderator, seine neue Sendung sei "sehr viel weniger verspielt, sehr viel ruhiger. Ich möchte sagen: integrativer." Sie sei "die Arbeiter- und Bauernshow für Besserverdiener" oder der "Musikantenstadl für Parallelgesellschaften", überlegte er.
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