Castingshow-Finale: Heidi Klum kürt ihr Topmodel
zuletzt aktualisiert: 29.03.2006 - 12:04Köln (rpo). Am Mittwochabend ist soweit: Deutschland wird endlich erfahren, wer das nächste Top-Model des Landes wird. Drei Kandidatinnen haben sich in Heidi Klums umstrittener Modelshow gegen anfangs mehr als 11.000 junge Damen durchgesetzt. ProSieben strahlt die zehnte und letzte Folge heute um 20.15 Uhr aus.
Ins Finale der Castingshow "Germany's Next Topmodel" haben es Lena (18) aus Cloppenburg, Jennifer (17) aus dem fränkischen Wirsberg und Yvonne (17) aus Frankfurt am Main geschafft.
"Schon die letzten Tage konnte ich kaum mehr schlafen, ich bin sehr angespannt", betont Jennifer. Mode ist für die Dunkelhaarige mit dem leicht exotischen Look "einfach das Höchste." Bereits als Kind habe sie sich stets "ein bisschen anders" gekleidet und früh für Versandkataloge gemodelt.
Selbst wenn es am Mittwoch nicht klappen sollte, wolle sie es auf jeden Fall weiterhin mit einer Modelkarriere versuchen. Und auch das Abitur will die Gymnasiastin noch machen. Durch die neue "Doppelbelastung" habe die Schule zuletzt ein wenig gelitten, räumt sie ein. Dafür sei sie erwachsener und viel selbstständiger geworden. "Ich musste am Tag 20 Mal über meinen Schatten springen."
Wer "Germany's Next Topmodel" wird, soll am Mittwochnachmittag vor 500 Zuschauern im Kölner Coloneum entschieden werden. Geplant ist laut ProSieben eine große Modenschau, bei der es ein Wiedersehen mit einigen der Kandidatinnen geben wird, für die der Traum vom großen Modelvertrag bereits in den letzten Folgen geplatzt war. Auch ein Fotoshooting soll es wieder geben.
Der Gewinnerin winken am Ende der Sendung ein Modelvertrag bei der Agentur IMG Models, der Titel auf einer Ausgabe der deutschen "Cosmopolitan" und ein Werbevertrag mit dem Modelabel Oui Set. Auch für das erste große Interview ist bereits gesorgt: "Heidi wird die Siegerin für die 'Bunte' auf mindestens drei Seiten interviewen", kündigte ihr Vater Günther Klum an.
Erste Show ein Schock
"Ein Schock" war für seine Tochter dagegen die anfängliche Resonanz auf ihre erste Show im deutschen Fernsehen. Es hagelte Kritik: Ernährungsexperten und sogar einige Politikerinnen hielten Klum vor, mit ihrer Sendung den Schlankheitswahn unter jungen Mädchen zu fördern und diese in Essstörungen zu treiben. Auslöser war der Rauswurf einer Kandidatin mit dem Hinweis, sie sei für den Modelberuf "zu dick".
Der Sender ging in die Offensive. In einem offenen Brief, der als ganzseitige Anzeige in allen großen Tageszeitungen mit Ausnahme der "Bild" erschien, versicherten die Kandidatinnen, dass sie "eine geile Zeit" hätten. Auch Klum wehrte sich in Interviews. Ihr Team suche "keine, die spindeldünn und krank ist".
Für "Quatsch" halten auch Jennifer und Lena die Diskussion. "Das ist das typische Klischee, wenn es um Models geht: Koks und Magersucht. Man muss uns ja nur ansehen und sieht, dass wir nicht mager sind", betont Jennifer. Den Quoten schadete die Debatte jedenfalls nicht, sie gingen eher nach oben. 2,5 bis 3,3 Millionen Zuschauer schalteten ein. ProSieben ist inzwischen sogar so zufrieden, dass sich Geschäftsführer Andreas Bartl eine zweite Staffel wünscht. Erste Gespräche darüber sollten in den kommenden Tagen geführt werden, wie Günther Klum ankündigt.
Lena, Jennifer und Yvonne fiebern indes dem großen Finale entgegen. "Das ist jetzt alles eine Typfrage", meint Lena. Eine Welt breche für sie nicht zusammen, wenn sie ausscheide. "Ich sehe das Ganze eher als Starthilfe, wir haben unheimlich viel gelernt, viel von der Welt gesehen." Manchmal sei es auch "hart" gewesen: "Wir mussten immer wieder unseren inneren Schweinehund überwinden." Vor allem das habe sie aber von Heidi Klum gelernt: "Nur mit Ehrgeiz und Disziplin kommt man weiter in diesem Job."
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