Tatort befasst sich mit Afghanistan: Heimgekehrte Soldaten unter Mordverdacht
zuletzt aktualisiert: 23.01.2011 - 16:33Düsseldorf (RP). Der Saarbrücker "Tatort" greift die aktuelle Debatte um den Afghanistan-Krieg auf. Bei einigen Szenen fällt das Hinschauen schwer.
Die Therapiesitzungen von vier traumatisierten Soldaten nach deren Afghanistan-Einsatz sind auf Video aufgezeichnet worden. Darin werden die Männer von ihren Erinnerungen übermannt – sie weinen, schreien, fallen in sich zusammen. Der Afghanistan-Einsatz deutscher Soldaten steht im Zentrum des Films.
Während einer Kunstperformance wird die Kriegsgegnerin Victoria Schneider erschossen. Den Schuss aus weiter Entfernung muss – da sind die Kommissare Franz Kappl (Maximilian Brückner) und Stefan Deininger (Gregor Weber) sicher – ein geübter Schütze abgegeben haben. Ein Soldat?
Oft greifen „Tatort“-Regisseure aktuelle gesellschaftspolitische Themen auf, manchmal wird das Ergebnis als „Sozialkitsch“ kritisiert. Regisseur Jochen Alexander Freydank, 2009 für den Kurzfilm „Spielzeugland“ mit dem „Oscar“ geehrt, zeigt die Lage der heimgekehrten, dennoch im eigenen Land einsamen Soldaten, mit drastischen Bildern und klaren Worten.
„Du hast dein Leben riskiert, kommst nach Hause und erfährst, dass alles, was du gemacht hast, falsch war“, sagt einer der Afghanistan- Kämpfer. Ein Happy End ist – für alle Beteiligten – unmöglich.
In „Heimatfront“ spielen Männer die Hauptrollen. Frauen haben nur Kurzauftritte, sie sind „nur“ schön (Lale Yavas), eiskalt (die von Julia Jäger gespielte Psychologin) oder lächerlich (Alice Hoffmann) – wohl das einzige Manko des Films.
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