Jana Ina & Giovanni - wir sind schwanger, Folge drei: Hilflos im Klum-Kosmos
VON PHILIPP STEMPEL - zuletzt aktualisiert: 12.09.2008 - 01:02Düsseldorf (RPO). In der dritten Folge von „Wir sind schwanger“ machen Jana Ina und Ehemann Giovanni klar, worum es im Leben einer werdenden Familie geht: den Barbie-Faktor. Alles dreht sich um den schönen Schein. Darunter müssen das Baby, das Trommelfell und auch Heidi Klums Mann Seal leiden. Nur gut, dass das Baby nicht behindert ist.
Am Donnerstagabend ging die Doku-Soap "Jana Ina und Giovanni – wir sind schwanger" in die nächste Runde. Alles, was der Zuschauer sieht, ist wie aus dem Ei gepellt. Vorneweg natürlich Jana Ina (31, brasilianisches Model und Moderatorin auf Spartensendern), aber selbstverständlich auch die Wohnung, das Auto und Ehemann Giovanni (30, Ex-Bro’Sis-Sänger und Ex-Castingsieger).
Überraschend ist das nicht. Schon im Vorspann macht ProSieben klar, dass wir es mit einer Barbiepuppenwelt zu tun haben. Das Logo der Sendung, sowie alle Überblendungen sind von den Farben Pink und Violett getragen. Auf einem Buchdeckel ist in verschnörkelter Prinzessinnenschrift der Titel der Sendung zu lesen, unterlegt von zuckrigen Schmuseklängen. Wer es bis dahin nicht kapiert hat, dem macht die stets strahlende und perfekt geschminkte Jana Ina dann nach wenigen Minuten klar: "Ich bin eine Tussi."
Doku-Soap Jana Ina & Giovanni
Das Model und der Ex-Bro'Sis"-Sänger lassen die Öffentlichkeit in der ProSieben-Doku-Soap "Jana Ina & Giovanni - Wir sind schwanger" an ihrem Familienglück teilhaben. In zehn Folgen dürfen wir jeden Donnerstag ab 22.30 Uhr dabei zusehen, wie Jana Inas Bäuchlein wächst, ihre Hormone verrückt spielen und sich das Paar auf den Familienzuwachs vorbereitet.
In der nächsten Woche erwartet uns ein ganz besonderes Highlight: Jana Ina trifft auf Ross Anthony, amtierender Dschungelkönig und Ex-Kollege von Ehemann Giovanni. Iiiiks sind garantiert.
Der Tussi-Moment
Es ist der wohl ehrlichste Moment der ganzen Staffel. Er bietet einem in seiner entwaffnenden Offenheit die Chance, sich auf die beiden einzulassen. Das ständige Kreischen, die Aufregung, weil alles so schön ist und halt aufregend, die gefühligen Sätze, wie sie direkt aus einem Roman von Rosamunde Pilcher entsprungen zu sein scheinen. Aber so sind sie, die zwei und ihre Fernsehwelt.
ProSieben zeigt in der dritten Folge Momente aus den Schwangerschaftswochen 15 bis 17. In diesen zwei Wochen passiert – so verlangt es die Regie einer Doku-Soap – natürlich sehr viel und alles ist sehr aufregend. Vier Themen bestimmen die 60-minütige Sendung: Mutti, Frauenarzt, Oma und Heidi.
Mutti kommt
Der Reihe nach. Zunächst bekommt Jana Ina Besuch von der Mama aus Rio. "Ich bin sehr aufgeregt", vertraut sie der Kamera an. Nur gut, dass Ehemann Giovanni dabei ist, als sich die beiden Frauen endlich am Flughafen in die Arme fallen und dabei laute und hohe Iiiiik-Töne von sich geben.
Am nächsten Tag steht ein Besuch beim Frauenarzt an. In der vorherigen Nacht konnte Giovanni nicht schlafen, so aufgeregt ist er. Denn: Bei der Untersuchung soll sich zeigen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Schon vorher hat Giovanni eine Liste mit Namen erstellt. Jungennamen natürlich, denn er ist fest davon überzeugt, dass es einer wird.
Ein Name wie ein Fisch
Die dazugehörige Diskussion im Familienkreis ist wie vieles in der Show etwas aufgesetzt. Eine Inszenierung. Der Unterhaltungswert leidet ein wenig. "Eros", schlägt Giovanni vor. Jana Ina und ihre Mama finden den Namen hässlich. "Gennardo" erntet grelles Gelächter, ebenso wie "Rock". Der letzte Vorschlag heißt "Nemo". Die Quittung ist ein ungläubiges Staunen, gefolgt von der nüchternen Feststellung "Das ist der Name von einem Fisch".
Giovanni sieht das ein und fügt nach einigem Nachdenken hinzu, dass das Kind darunter auch zu leiden haben dürfte. Schließlich würde Nemo ja mit "Mo" abgekürzt, was in Kombination mit seinem Nachnamen "Zarella" dann doch zu sehr nach Käse klingt. Den Zuschauer lässt so ein Blick in die Barbie-Parallelwelt etwas hilflos zurück.
Gellende Schreie beim Frauenarzt
Immerhin zeigt der Besuch beim Frauenarzt, dass Giovanni mit seiner Beschränkung auf Jungennamen schon ganz richtig gelegen hat. Als auf dem Ultraschallbild eindeutig ein Junge zu sehen ist, liegen sich der werdende Vater und seine Schwiegermutter in den Armen. Anschließend schallen wieder gellende Iiiik-Rufe durch die gekachelte Praxis. Auch Jana Inas Mutter Rita macht mit.
Episode drei liefert etwas für die Tränendrüse: Jana Ina fliegt für zehn Tage zu ihrer Familie nach Rio, um ihre todkranke Großmutter zu besuchen. Die Kamera hält unbarmherzig drauf, zeigt Jana Ina und ihre von schwerer Krankheit gezeichnete Oma Arm in Arm.
Klum-Kosmos ist schuld
Das Finale der Sendung findet wieder in Deutschland statt. Jana Ina und Giovanni sind bei der Schlussausgabe von "Germany’s next Topmodel". Als Heidi Klum dann auf die Bühne modelt und bei der Bekanntgabe der Siegerin (weiß noch jemand den Namen?) beginnt, grelle Iiiiik-Laute von sich zu geben, macht sich so etwas wie Erkenntnis breit: Die trommelfellgefährdenden Schreie von Jana Ina sind kein individuelles Problem, sondern ein gesellschaftliches. Der Klum-Kosmos ist schuld.
Bei der Aftershow-Party gibt es noch zwei unübertroffene Highlights: Nach etlichen Iiiiks und fast genauso viel belanglosen Smalltalkfloskeln steht das junge Paar mit einer aufgekratzten Blondine zusammen. Giovanni bringt abermals seinen Namensvorschlag "Nemo" ins Spiel und stößt – wen wundert es? – auf ungläubiges Staunen. Diesmal aber versehen mit der Frage: "Wieso? Ist das Kind denn behindert?" Erst auf Nachfragen klärt sich, dass die forsche Fragenstellerin damit auf die verkrüppelte Flosse des Zeichentrickfisches Nemo anspielt. Wie schon gesagt: Den Zuschauer lässt so etwas hilflos zurück.
Endlich Schluss
Auch Heidi Klums Ehemann Seal kann sich des glücklichen Paares nicht erwehren. "You’re a great father und you are a fantastic pair", schleimen sich die zwei bei dem Weltstar ein. Und ob denn auch Männer Windeln wechseln könnten, schießt Giovanni gleich hinterher. Seal stimmt etwas gequält in das Partylachen mit ein und alle scheinen froh zu sein, dass die Gruppe sich schnell wieder auflöst.
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