ZDF-Serie "Da kommt Kalle": Hund Kalle bekommt die neue Hauptrolle
VON GUIDO DIESING - zuletzt aktualisiert: 13.10.2006 - 16:10Düsseldorf (RP). Das Wochenende beginnt im ZDF traditionell tierisch. Nach Affe Charly und Seelöwin Robbie spielt ab morgen ein Terrier die Hauptrolle. „Da kommt Kalle“ heißt die neue Vorabendserie für die ganze Familie. Das samstägliche Vorabendprogramm des ZDF bleibt ein Reservat für clevere und knuddelige Tiere, die die ganze Familie vor den Bildschirm locken sollen...
Nach Schimpanse Charly und Seelöwin Robbie ist das Zweite bei der Suche nach einem weiteren tierischen Sympathieträger nun auf den Hund gekommen. Und so heißt es ab Samstag „Da kommt Kalle“. Kalle ist ein Parson-Russell-Terrier, ein ganz normaler Familienhund in einer ganz normalen Flensburger Familie - wäre da nicht der Beruf seines Frauchens. Pia Andresen (Katharina Schubert) ist nicht nur zweifache Mutter, sondern auch Streifenpolizistin und nicht immer begeistert, wenn Kalle sie unaufgefordert zur Polizeiwache begleitet. Oft kommt er ihr bei ihren Ermittlungen in die Quere, doch manchmal führt er sie auch auf Spuren, die zur Lösung der Fälle beitragen. Dabei ist Kalle keineswegs ein Wunderhund, sondern folgt ganz einfach seinen Instinkten.
Genau das gefällt Tiertrainerin Renate Hiltl, die den fünfjährigen Rüden namens Boomer ein halbes Jahr lang auf seine Rolle als Kalle vorbereitet hat: "Der Hund bleibt in den Filmen ein Hund und ist kein Wundertier. Damit steht er eher in der Tradition von Lassie als in der von Robbie." In ganz Europa habe sie nach einem passenden Filmhund gesucht, sagt die gebürtige Münchenerin: "Am Ende habe ich ihn doch fast vor der Haustür, in der Nähe von Stuttgart, gefunden." Für Katharina Schubert ist Boomer als Kalle die Idealbesetzung: "Er ist ein fröhlicher, glücklicher Hund, der bei den Dreharbeiten immer gut drauf war. Sonst hat man bei der Arbeit mit Tieren manchmal das Gefühl, sie sind eingeschüchtert, weil sie so dressiert sind."
Ab morgen wird es für Kalle und seine Familie ernst. Das ZDF will zunächst vier Folgen lang testen, wie die "Familien-Krimi-Serie mit Tier" (so die Eigenwerbung) beim Publikum ankommt. Acht weitere Folgen sind zwar bereits gedreht, doch wenn die Quote nicht stimmt, wird sie niemand zu sehen bekommen. ZDF-Redakteurin Barbara Biermann ist zuversichtlich: "Kalle steht in der Tradition von Charly und Robbie. Solche Formate sind grundsätzlich sehr beliebt, vor allem bei Kindern." Doch wer eine reine Tierserie erwartet, könnte enttäuscht werden. Für einen Titelhelden hält sich Kalle nämlich erstaunlich weit im Hintergrund. In der ersten Folge beschränkt sich seine Rolle darauf, immer mal mit einem quietschenden Gummihuhn im Maul durchs Bild zu laufen. Film-Herrchen Markus Knüfken, der Pias Ehemann Stefan spielt, gefällt dieser zurückhaltende Umgang mit dem tierischen Hauptdarsteller: "Das ist sehr normal dargestellt. Der Hund ist einfach mit dabei." Da aber weder die Krimi-Handlung noch die vereinzelten komödiantischen Elemente den Film wirklich tragen, hinterlässt "Da kommt Kalle" den Eindruck, als hätten die Verantwortlichen vieles gewollt, ohne sich entscheiden zu können. Für einen so prominenten Sendeplatz wie den Samstagabend könnte das ein bisschen wenig sein.
"Da kommt Kalle", Sa., 19.25 Uhr, ZDF
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