TV-Serien im Vergleich: Ist "Betty" die neue "Lisa Plenske"?
VON VERENA BRETZ - zuletzt aktualisiert: 26.04.2007 - 21:37Düsseldorf (RP). Beide tragen Brille und Zahnspange, sind liebenswürdig, aber wenig attraktiv und arbeiten in der Modebranche. Sat.1 zeigt die Erfolgsserie "Alles Betty!" - das US-Gegenstück zu "Verliebt in Berlin". Produzentin ist Salma Hayek.
Hoppala - die sieht ja aus wie... genau: Betty Suarez sieht aus wie Lisa Plenske. Bloß in brünett. Beide sind pummelig und leicht tollpatschig, tragen auffällige Brillengestelle und pflegen einen gänzlich stilfreien Klamottenstil. Dabei sind sie allerdings schlau, herzensgut und nicht eben auf den Mund gefallen. Betty und Lisa sind so etwas wie Seelenverwandte. Die eine, Latina aus dem New Yorker Stadtteil Queens, schlägt sich in der oberflächlichen, intriganten Modeszene von Manhattan durch, die andere, ein Landei aus Göberitz, versucht ihr Glück in Berlin.
Die Ähnlichkeiten sind kein Zufall: Beide Serien sind Adaptionen der "Ur-Erfolgstelenovela" aus Kolumbien, "Yo soy Betty, la fea" ("Ich bin Betty, die Hässliche"). Sat.1 hat ab morgen beide Ableger im Programm. Alexandra Neldel, die dem Sender als Lisa Plenske Traumquoten bescherte, hat ihr Pendant bereits in Augenschein genommen. "Betty ist wirklich unglaublich", verspricht die 31-Jährige. Recht hat sie.
Denn wo "Verliebt in Berlin" romantisch-süß, mädchenhaft und arg verträumt ist - eine typische Vorabendserie eben -, da ist "Alles Betty!" ironisch-böse, erwachsen und teilweise sogar sozialkritisch. Deshalb hat sich Sat.1 entschlossen, die neue Serie zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr zu zeigen.
Hinter der Erfolgsserie, die in den USA mit zwei Golden Globes ausgezeichnet wurde, steckt Salma Hayek. Die Schauspielerin ("Frida", "From Dusk Till Dawn") hat "Alles Betty!" produziert, Stars wie ihre Freundin Vanessa L. Williams engagiert und ist auch selbst in einer kleinen Rolle zu sehen. "Das war eine spontane Entscheidung", sagt die 40-Jährige. "Ich hatte gerade Zeit, weil ein anderer Film, den ich drehen sollte, verschoben wurde."
In erster Linie sieht sie sich jedoch als Produzentin. "Dieses Projekt lag mir besonders am Herzen", betont sie. Auch, weil es darin um eine junge Latina geht, die ihren Weg macht. Denn Hayek selbst, geboren in Mexiko, gilt neben Jennifer Lopez längst als die Vorzeige-Latina Hollywoods. In "Betty"-Darstellerin America Ferrera sieht sie die perfekte Identifikationsfigur für junge Latinas in den USA. "Es erfüllt mich mit Stolz und Freude, zu wissen, dass der zurzeit interessanteste und talentierteste junge Star eine Latina ist, die aus einer kinderreichen Familie mit einer alleinerziehenden Mutter kommt", sagt sie.
So viel Lob mag übertrieben sein. Aber die 23-jährige Ferrera hat tatsächlich etwas ganz Besonderes. Wenn sie als Betty strahlt, mit den Augen rollt und den Mund verzieht, wenn sie wütend ist - da muss man sie einfach ins Herz schließen. "Sie ist einzigartig und auf ihre Weise einfach süß", beschreibt America Ferrera ihre Figur.
Noch dazu findet sie Betty "auch nicht unbedingt besonders hässlich". Sie kenne einige Leute, die ihr ähnlich sähen. Was sie mit Betty gemein hat, ist das Desinteresse an Mode. "Am liebsten trage ich Jeans und T-Shirts", sagt die Jungschauspielerin. "Ich gehe auch nicht gerne Kleider kaufen, und einen Lieblingsdesigner habe ich auch nicht."
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