Nach überraschender Absage: Jauch und ARD im Schlagabtausch
zuletzt aktualisiert: 14.01.2007 - 13:18Frankfurt/Main (RPO). Nach der überraschenden Absage von Günther Jauch bei der ARD liefern sich beide Seiten einen harten Schlagabtausch. Der Moderator warf der ARD vor, man habe ihn unter Aufsicht stellen wollen wie in grauer Vorzeit.
Dagegen hält der ARD-Vorsitzende Fritz Raff Jauch vor, sich ein völlig falsches Bild gemacht zu haben. In den vergangenen Monaten habe er sich zunehmend umzingelt gefühlt von Gremien voller Irrlichtern, Profilneurotikern und Wichtigtuern, sagte Jauch dem "Spiegel". "Ich hatte das Gefühl, dass man mich an möglichst kurzer Leine um die Anstalt rennen lassen wollte. Jeder drittklassige Bedenkenträger schlug ein anderes Pflöckchen in den Boden", sagte Jauch. Am Ende sei er nur noch als Spielball aller möglichen absurden Interessen hin- und hergeschubst worden.
Dennoch habe er lange auf ein gutes Ende der Verhandlungen gehofft, da seine direkten Gesprächspartner, NRD-Intendant Jobst Plog, WDR-Chef Fritz Pleitgen und Programmdirektor Günter Struve, Platzhirsche seien, "die sich zur Not auch allein auf die Lichtung wagen und ihrem Rudel zeigen, wer Herr im Haus ist", betonte Jauch. "Aber das nachgeordnete Niederwild reißt mit dem Hintern ein, was die Chefs mit dem Kopf gerade aufgebaut haben."
Der ARD-Vorsitzende Raff hielt in der "Bild am Sonntag" dagegen: Jauchs Befürchtung, er werde Spielball der politischen Farbenlehre in der ARD, wenn er den Chefredakteuren unterstellt werde, sei Unsinn. "Das ist ein völlig falsches Bild von den Abläufen in der ARD", sagte Raff. Ein "Tagesthemen"-Kommentar oder die Gästeliste beim "Presseclub" werde ja auch nicht von den Chefredakteuren abgesegnet. "Solche Bemerkungen tun weh. Ich denke, Herr Jauch hat dies falsch eingeschätzt", sagte der Intendant des Saarländischen Rundfunks.
Nun soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge bei der Intendanten-Konferenz am 5. und 6. Februar entschieden werden, wer Nachfolger für Moderatorin Sabine Christiansen wird, die ihre Sendung nur noch bis zum 24. Juni moderiert. Als Favorit gilt WDR-Moderator Frank Plasberg.
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