Silvesterstadl: Karl Moiks bitterer Abschied
zuletzt aktualisiert: 29.12.2005 - 13:30München (rpo). Bevor er seinen Hut als Moderator der ARD-Sendung "Musikantenstadl" nimmt, ist Moderator Karl Moik noch einmal satte fünf Stunden lang auf dem Bildschirm zu sehen: Mit dem "Silvesterstadl" am 31. Dezember nimmt Moik Abschied von seinen Fans. Das Fernseh-Urgestein geht im Zorn.
Mit dem "Silvesterstadl", einer Sonderausgabe des "Musikantenstadl", scheidet Moik nach fast 25 Jahren bei der ARD aus. Damit sei er "Rekordhalter unter den Show-Moderatoren", würdigt ihn das Erste. Doch Moik zieht im Zorn.
Dem 67-Jährigen war im Juni mitgeteilt worden, dass sein Arbeitgeber den Vertrag nicht verlängern und den "Musikantenstadl" ohne ihn fortsetzen wird. Die Moderation der Geburtstagssendung 2006 kam daraufhin für ihn nicht mehr infrage.
Statt Moik soll Medienberichten zufolge die 28-jährige Schweizer Sängerin Francine Jordi die Gäste des "Musikantenstadl" zum Schunkeln animieren. Jordi war zuletzt als Moderatorin von "Stars in der Manege" an der Seite von Nina Ruge und Arabella Kiesbauer angetreten. Auch Stephanie-Hertel-Partner Stefan Mross (29) ist als Moik-Nachfolger im Gespräch.
Moik selbst reagierte auf die vom Bayerischen Rundfunk (BR) als produzierendem Sender angestrebte Verjüngungskur beleidigt. Wer immer ihm nachfolge, "der tue ihm schon jetzt Leid", wetterte er kürzlich in einem Zeitungsinterview. Wenn man eine Sendung so lange mache wie er, dann könne nicht einfach ein Neuer eingesetzt werden. "Der kann nur untergehen", befand Moik. Und: "Wenn man etwas ganz Neues machen würde, könnte es klappen. Aber so ist es das Todesurteil für jeden Moderator."
Aus trotz guter Quoten
Tatsächlich hatte Moik bis zuletzt für die ARD gute Quoten eingefahren, allerdings in der Zielgruppe der Älteren. Bei den Jungen zwischen 14 und 49, bei denen sich ARD und ZDF gegen die private Konkurrenz zu behaupten suchen, lag Moik weit abgeschlagen. Dass ein junger Moderator auch jüngeres Publikum bindet, hatte Florian Silbereisen bereits bewiesen, der 2003 die Nachfolge von Carmen Nebel im "Fest der Volksmusik" antrat.
Der BR mühte sich nun um Schadensbegrenzung. Niemand vor ihm habe so viele Zuschauer erreicht, mit Sendungen aus allen fünf Kontinenten, von Kapstadt über Dubai nach Moskau und Peking. Moik habe eine "Showkarriere der Superlative" hingelegt, befand BR-Fernsehdirektor Gerhard Fuchs und dankte ihm "mit großem Respekt und allerherzlichst".
Gehen aber muss er doch. Nur auf sein Altenteil will sich Moik noch nicht zurückziehen. "Irgendwas werde ich tun, ich weiß nur noch nicht, was", zitiert ihn die "Süddeutsche Zeitung". Ihm lägen schon "sechs, sieben Angebote" vor. Zuvor hatte er bereits angekündigt, an welche Zuschauer sich eine mögliche neue Sendung wenden solle - "alle Leute ab 40". Das sei sein treuestes Publikum gewesen.
Für den letzten ARD-"Silvesterstadl" mit Moik sind unter anderen DJ Ötzi, der amerikanische Polka-Interpret Jimmy Sturr mit Orchester, die Saragossa Band, die Gruppe Truck Stop, die Swing Time Big Band sowie das MDR Deutsche Fernsehballett angekündigt.
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