Kampf der Talk-Sendungen auf ARD und ZDF: Kerner vs. Maischberger - wer hat die Nase vorn?
zuletzt aktualisiert: 08.09.2003 - 13:45Hamburg (rpo). Dieses Duell gab es noch nie: Johannes B. Kerner muss am Dienstagabend erstmals gegen Sandra Maischberger um Talk-Quoten kämpfen. Wer die Nase vorn hat, könnte auch von den Gästen abhängen.
Johannes B. Kerner gegen Sandra Maischberger - dieses Duell gab es noch nie. Erstmals werden die beiden Talkmoderatoren an diesem Dienstagabend mit ihren Sendungen gegeneinander antreten. Maischberger hat vorgelegt: Bei ihrem ARD- Einstand am 2. September erzielte sie mit 20,4 Prozent einen Marktanteil, der deutlich über dem der Vorgängershow "Boulevard Bio" lag. Für ZDF-Konkurrent Kerner ist dieser Wert nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub ein deutliches Zeichen, dass jetzt ein anderer Wind weht. Wer wird am Dienstagabend die Nase vorne haben?
Kerner, der seine Sendung bei "Spiegel TV" in Hamburg produziert, hat das Fernduell gegen Maischberger auch angenommen: Mit dem Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer hat sich der smarte TV-Moderator gleich einen hochkarätigen Gesprächspartner in seine Show eingeladen, der gerade zu den jüngsten Vorfällen um Teamchef Rudi Völler Stellung beziehen kann. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust, Pur-Sänger Hartmut Engler und Evelyn Strapko, die ihren Vergewaltiger im Internet aufspürte, ergänzen die Gästeliste.
Premierenquote fraglich
Ob Maischberger ihre Premierenquote wieder erreicht, erscheint bei Kerners Gästeaufmarsch fraglich. Die ZDF-Allzweckwaffe wird bereits um 22.45 Uhr mit der Sendung anfangen. Ob er gleich mit seinem bekanntesten Gast, Beckenbauer, beginnt, ist noch fraglich. Wichtig für Kerner ist, dass er die Spannung über 23 Uhr hinaus erhält, wenn Maischberger mit ihrer zweiten Ausgabe beginnt. Sie empfängt den früheren Bundesforschungsminister und Rechtsanwalt Andreas von Bülow, Schauspielerin Katrin Saß, Ex-Echt-Sänger Kim Frank und das Ehepaar Martin, das einen Jungen adoptierte, dessen Mutter beim Zusammenstoß der beiden Flugzeuge über dem Bodensee ums Leben kam.
Kerner hält den Ball vor der Sendung bewusst flach: "Nach dem Ende von Biolek ist eine neue Konkurrenzsituation entstanden - das ist richtig", sagt er. "Aber ich werde meine Atemtechnik deswegen nicht ändern." Sein Ziel sei es lediglich "eine gute Sendung zu machen". Den ersten Auftritt von Maischberger vor Wochenfrist habe er "mit Interesse" verfolgt, wolle sich zur Sendung aber nicht äußern.
Auch der für Maischberger zuständige Westdeutsche Rundfunk (WDR) gibt sich reserviert. "Wir setzen auf unser Zugpferd - Prognosen stellen wir nicht", sagte eine Sprecherin.
In einer Woche wird der Zweikampf vielleicht zum Dreikampf: Denn dann ist Harald Schmidt aus seinem Sommerurlaub zurückgekehrt und holt sein Stammzuschauer, von denen einige bei Kerner und Maischberger waren, zu SAT.1 herüber.
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