Bibel-Filme: KI.KA erklärt die Zehn Gebote
VON TILMANN P. GANGLOFF UND VERENA SCHÜRHOLZ - zuletzt aktualisiert: 24.03.2006 - 12:37Düsseldorf (RP). Im Kinderkanal KI.KA startet am Sonntag die Reihe Unsere Zehn Gebote. Zehn 15-minütige Spielfilme übersetzen die christlichen Regeln in den Alltag der Jugendlichen von heute. Die Kirchen unterstützen das Projekt.
Die Zehn Gebote können die wenigsten Menschen fehlerfrei zitieren. Die Botschaften, die diese Gebote allerdings vermitteln, sind alltäglicher als die meisten vermuten. Dennoch kam erst jetzt ein Fernsehsender auf die Idee, diese christlichen Grundregeln zu verfilmen. Der Kinderkanal von ARD und ZDF, "KI.KA", startet am Sonntag (10.50Uhr) die zehnteilige Serie "Unsere Zehn Gebote": Jeweils ein 15-minütiger Spielfilm beschäftigt sich mit einem Gebot.
Es sei gar nicht so einfach gewesen, die Fernsehsender für die Idee zu begeistern, sagt Ingelore König, Geschäftsführerin der verantwortlichen Erfurter Produktionsfirma "Kinderfilm". "Die Kirchen reagierten ungleich positiver." Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Beteiligungsfirma "Tellux" gehören zu den Förderern des Projekts.
"Die Idee finde ich toll", sagt Pfarrer Karl-Heinz Sülzenfuß von der katholischen Kirchengemeinde St. Margaretha in Düsseldorf. Noch hat er die Filme nicht gesehen. Aber: "Wenn sie es schaffen, die Gebote zu übersetzen, ist das eine große Leistung." Denn selbst, wenn mancher Jugendlicher das vermutet: "Die Zehn Gebote sind keine ollen Kamellen", betont der 59-Jährige. "Ich hoffe nur, dass der Zusammenhang klar wird."
Daran könnte es hapern: Die Gebote werden in den Folgen nicht explizit angesprochen, auch von Gott ist keine Rede. "Die Geschichten sollen nicht zuletzt Kinder ansprechen, die in religionsfreien Familien aufwachsen", erklärt Ingelore König. "Sie sollen darüber stolpern, dass die Gebote Teil ihres Lebens sind." Tatsächlich geht es in den Geschichten um alltägliche Ereignisse: Ein Junge will, dass seine Eltern endlich mal sonntags Zeit für ihn haben, anstatt ständig zu arbeiten; ein Mädchen will unbedingt zu einer Clique gehören und bringt dafür ein großes Opfer; ein Junge wird immer wieder von zwei älteren gequält und gedemütigt - und rächt sich eines Tages.
Auch Pfarrer Martin Kammer (49) von der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde in Düsseldorf bemüht sich im Konfirmandenunterricht, den Jugendlichen die Botschaft der Zehn Gebote verständlich zu vermitteln. „Ich kann mir vorstellen, dass so eine Serie das auch schaffen kann.“ Er geht sogar noch weiter: „Ich würde mir wünschen, dass es so etwas auch für Erwachsene gibt.“
Bei „KI.KA“-Chef Frank Beckmann sind die anfänglichen Zweifel längst verflogen: „Es ist selten so gut gelungen, kirchliche Themen für Kinder so attraktiv ins Fernsehen zu bringen.“ Mehr als vier Jahre lang waren die Autoren damit beschäftigt, die Gebote in spannende Geschichten zu verpacken. Als Darsteller standen im vergangenen Sommer 30 Kinderdarsteller vor der Kamera. Aus Sicht der Produzentin hat die Reihe allerdings einen großen Nachteil: Eine Fortsetzung ist ausgeschlossen - es gibt nun mal bloß zehn Gebote. Ingelore König kann sich dennoch weitere biblische Filme vorstellen: „Schließlich steckt die Bibel voller spannender Geschichten.“
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