Millionenproduktion des Klassikers: Krieg und Frieden im ZDF
zuletzt aktualisiert: 04.01.2008 - 21:31Hamburg (RPO). Leo Tolstois Roman "Krieg und Frieden" steht für blutige Schlachten, raffinierte Intrigen und große Emotionen: Am Sonntag startet im ZDF die Neuverfilmung. Mit 26 Millionen Euro gilt sie als einer der teuersten europäischen Filmproduktionen.
Weitere Sendetermine sind der 9., 13. und 16. Januar. An der Produktion sind sieben europäische Länder beteiligt. Die mit großem Aufwand betriebene Verfilmung des Romans zeichnet ein umfassendes Porträt des aristokratischen Lebens in einer Zeit, die zu den glanzvollsten Epochen in der russischen Geschichte zählt. Dabei steht neben der Schilderung militärischer Auseinandersetzungen Russlands mit Frankreich die Darstellung familiärer Szenen, Konflikte und Vergnügungen im Vordergrund.
Regie führte Robert Dornhelm. Von deutscher Seite wirken unter anderen die Schauspieler Hannelore Elsner, Alexander Beyer und Benjamin Sadler mit. Ausgestrahlt wurde der Film bereits in Frankreich und Italien. Die vier Teile erreichten laut Produktionsfirma Eos Entertainment dort im Schnitt 6,1 Millionen Zuschauer und damit einen Marktanteil von 26 Prozent, in Frankreich waren es 5,25 Millionen (20 Prozent).
"Opulent, aufwendig und ausdrucksstark"
Alexander Beyer ("Good Bye, Lenin") spielt in dem Werk Pierre, einen reichen russischen Adeligen, der nur mit Mühe seinen Weg durchs Leben findet und sich erst spät zu seiner wahren Liebe bekennt. Clémence Poésy ist Natascha Rostowa, eine junge, lebenslustige und unbeschwerte Frau voller Neugier auf das Leben.
Ihr Verlobter, Prinz Andrej Bolkonski, wird gespielt von Alessio Boni. Hannelore Elsner ("Alles auf Zucker") ist Nataschas Mutter Gräfin Rostowa, Ken Duken ("Störtebeker") verkörpert den intriganten Anatol Kuragin, einen jungen Offizier, dessen Charme Natascha erliegt. Benjamin Sadler ("Contergan") spielt den Draufgänger Dolochow.
Für Hannelore Elsner ist der Film eine "Reise in eine vergangen Zeit, opulent, aufwendig und ausdrucksstark. Wie ein riesengroßes, dickes Bilderbuch, das man durchblättert", sagte die Schauspielerin in einem Interview. Für Alexander Beyer ist es eine "Traumrolle und ein Traumprojekt".
Paläste und Adelshäuser
Gedreht wurde "Krieg und Frieden" unter anderem in St. Petersburg. Zahlreiche Paläste und Adelshäuser sind Hintergrund für das Leben der russischen Oberschicht Anfang des 19. Jahrhunderts. In Litauen wurden die großen Schlachten nachgestellt. Für den Film wurden 2.400 Kostüme hergestellt, das Team reiste an 105 Drehorte, rund 15.000 Komparsen und etwa 1.500 Pferde kamen zum Einsatz.
"Krieg und Frieden" erschien 1868 und gilt als eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur. Die Handlung spielt vor dem Hintergrund der napoleonischen Kriege von 1805 bis 1812. Der Roman wurde unter anderem 1956 in den USA mit Audrey Hepburn verfilmt und von Sergej Bondartschuk 1968 in Russland.
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