Germany's Next Topmodel: Kühle Klum wirft kalte Katrina raus
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 17.04.2009 - 00:16Düsseldorf (RPO). Das ist aber auch immer ein schwerer Gang. Zwei Mädchen, ohnehin mit ihren noch nicht einmal 20 Jahren nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzend, müssen vor die Topmodel-Über-Mama Heidi Klum schreiten, sich fest in den Armen halten, ihre Tränen noch ein bisschen zurückhalten - um dann aber doch loszuweinen, wenn sie bei "Germany's Next Topmodel" rausfliegen. Diesmal traf es Katrina.
Natürlich tat es Heidi, der Macherin der Topmodel-Suche in ihrer vierten Auflage, leid. Sie hatte leider kein Foto für Katrina. Auch keinen Werbevertrag mit einem Modehaus. Und kein Cover-Shooting für die deutsche Cosmopolitan. "Dir fehlt einiges an Talent", sagte die in diesen Momenten kühle Klum zur schüchternen 19-Jährigen, die häufig kalt und lustlos rüberkam. "Wir haben lange etwas gesucht, aber nicht genug gefunden."
Und Katrina auch nicht selber an sich. "Langsam können sie bei mir echt keine Ausnahme mehr machen", sagte sie bereits zu Beginn der Folge, als sie sich für einen Werbespot vorstellen sollte, in Richtung Jury. "Ich muss mich zusammenreißen." Gut, eine gewisse Spur von Ehrgeiz war da - aber ihr Topmodel-Potenzial hielt sich bereits in den vergangenen Wochen in Grenzen.
Aber wer, bitte, soll es denn haben? Sarina, die mit Katrina vorne stand und weinte, aber weiterkam, ist mit ihren 16 Jahren zu naiv, zu tollpatschig und zu massenunkompatibel. Wie Katrina wurde auch sie noch von keinem einzigen Kunden für einen Auftrag gebucht. "Wer keine Jobs bekommt, der wird auch kein Topmodel", sagte Heidi Klum, die Sarina zwar total witzig findet, aber mit dieser Aussage ihren Rauswurf für eine der kommenden Wochen besiegelte.
Genauso wie den von Larissa. Die 16-Jährige, immerhin "Austria's Next Topmodel", fällt jede Sendung dadurch auf, dass sie ein neues Wehwehchen hat, mit dem sie die Challenges nicht zu hundert Prozent angehen kann. Diesmal sei sie mit dem Fuß umgeknickt und konnte in reizender Unterwäsche und aufgeknüpftem Hemd nicht wie ein Rockstar von einem Podest springen, um - wie die anderen Mädchen auch - mit einer E-Gitarre um den Oberkörper durch die Wohnung zu tanzen.
"Das ist der Anfang" - nach zehn Wochen?
"Wir haben dir schon oft gesagt, dass du maskulin rüberkommst", wiederholte Heidi. "Ich bin wandelbar, das ist erst der Anfang", beteuerte Larissa. Der Anfang? Die Sendung ist schon in der zehnten Woche und es sind nur noch acht Kandidatinnen im Rennen.
Das Potenzial, tatsächlich ein Topmodel zu werden, scheint weiterhin nur ein erlauchter Kreis der Mädchen zu haben. Maria etwa, die mit ihrer feuerroten Kurzhaarfrisur zwar nicht jedermans Sache ist, aber noch während der Entscheidung nach London fliegen musste, weil Star-Fotograf John Rankin sie gebucht hat.
Dass bei der ersten Aufgabe des Tages, in einem mit gut 50 Zuschauern besetzten Theater in Hollywood, bei ihrer Improvisations-Show alle begeistert aufsprangen, sollte auch Maria allerdings nicht zu hoch bewerten. Während beim ein oder anderem vor dem Bildschirm der Fremdscham ob der Laien-Darbietungen der Mädchen in Tanz, Comedy und Englisch ins Unermessliche stieg, flippte das Publikum bei jedem der Solo-Auftritte regelrecht aus - was nicht wirklich für die Unabhängigkeit der Besucher spricht.
Nicht für die Qualität der Mädchen spricht die dauernde Kritik der Jury an ihren Leistungen. Jessica, mit der ein Werbespot auf dem Hollywood Boulevard und am Venice Beach gedreht wurde, bekam diesmal zwar keine harten Worte zu hören. Dafür Marie ("Ein schönes Gesicht allein reicht nicht", sagte Jury-Mitglied Peyman Amin), Sara ("In Castings und vor der Fernseh-Kamera bist du nicht so überzeugend", meinte Heidi), Mandy ("Wir erkennen bei dir einen Abwärtstrend") und Ira ("Da ist noch viel Luft nach oben, streng dich an").
Auch für Heidi gibt es einen gut gemeinten Rat: Es wird Zeit, dass mehr Mädchen den schweren Gang nach Hause antreten.
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