Jubiläums-Tatort am Sonntag: Lena Odenthal zeigt Gefühle wie noch nie
zuletzt aktualisiert: 10.10.2009 - 21:25Düsseldorf (RP). 20 Jahre schon leben und leiden die deutschen Tatort-Fans mit Tatort-Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts). Am Sonntag strahlt der SWR die Jubiläumssendung aus. Odenthal zeigt darin Gefühle. Sie verliebt sich in einen Mörder. Der Mann kommt ihr so nahe wie noch niemand in den vielen Fällen ihrer langen Karriere.
Der Fall beginnt wie so viele Krimis mit einer Leiche. Während die Kollegen mit Lena Geburtstag feiern wollen, steht die Hauptkommissarin schon neben einer weiblichen Leiche. Rätselhaft wird der Fund durch einen Anruf der Frau kurz vor ihrem Tod: Sie wolle eine Aussage zum Fall Ritterling machen.
Der allerdings ist längst geklärt: Vor zwölf Jahren wurde besagter Ritterling (Thomas Sarbacher) trotz hartnäckigen Leugnens wegen des Mordes an seiner Frau verurteilt. Nun ist der frühere Sternekoch wieder frei, mit sich im Reinen und voller Pläne; außerdem kocht er sich geradewegs in Lenas Herz.
Es gelingt Autor Christoph Darnstädt und Regisseur Andreas Senn, das Puzzle dieser Geschichte so raffiniert zusammenzusetzen, das jede gefundene Antwort gleich wieder zu neuen Fragen führt. Wer vor Lena Odenthal auf die Lösung kommt, sollte unbedingt Kriminalist werden.
Selbst wenn die Geschichte nicht so herrlich verzwickt wäre: Allein die Leistung der Schauspieler ist sehenswert. Corinna Harfouch als eiskalt kalkulierende Gattin, die ihren Mann wie eine Marionette steuert; Jeroen Willems als Getriebener seiner Gefühle; Thomas Sarbacher als in sich ruhender Freigeist: Alle bilden mit Ulrike Folkerts ein großartiges Ensemble, das durch Andreas Hoppe (Kopper) sowie durch Annalena Schmidt (Frau Keller) und Peter Espeloer (Kriminaltechniker Becker) vortrefflich ergänzt wird.
Selbst wenn einige Werke in der 20-jährigen Geschichte spektakulärer waren: Ein würdiger Jubiläumsfilm ist „Vermisst“ allemal.
Sonntag: Tatort, ARD, 20.15 Uhr
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