"Die Säulen der Erde": Liebe und Intrige im 12. Jahrhundert
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 15.11.2010 - 07:42Düsseldorf (RP). Sat.1 zeigt ab heute in vier Teilen "Die Säulen der Erde". Eine internationale Mammut-Verfilmung mit weltweitem Publikum: Fernsehsender in 172 Ländern haben die 30 Millionen Euro teure Mini-Serie bereits eingekauft.
München/Budapest Die Bestseller-Verfilmung um den Bau einer mittelalterlichen Kathedrale ist ein sicherer Quotenbringer: Nach der Bibel und dem "Herr der Ringe" sind Ken Folletts "Die Säulen der Erde" laut Umfragen das drittliebste Buch der Deutschen. Die weltweite Auflage liegt bei 14 Millionen Exemplaren. Sat.1 und der österreichische ORF, die das Epos mitfinanzierten, zeigen die Verfilmung jeweils in vier Folgen (siehe Info) mit einer Gesamtdauer von acht Stunden.
Weil Ken Follett auf dieser Länge bestand, traute sich kein Hollywood-Studio an das mehr als 1000-seitige Buch heran, das im England des 12. Jahrhunderts spielt. Im fiktiven Ort Kingsbridge wollen der ehrgeizige Prior Philip und der Baumeister Tom Builder eine Kathedrale errichten. Die Handlung, die von Liebe und Intrigen, dem Kampf um Thron und Kirche beherrscht wird, zieht sich über einen Zeitraum von 40 Jahren.
Die Verfilmung ist trotz eines schwer überschaubaren Figuren-Tableaus beste TV-Unterhaltung, spannend dramatisiert und filmisch solide umgesetzt. Kostüme und Kulissen wirken authentisch mittelalterlich. Die Romanvorlage wurde nur sanft verlassen – und eine Figur hinzu erfunden: Als Autor Ken Follett die Dreharbeiten besuchte, ließen die Macher ihn für zwei Minuten in die Rolle eines Kaufmanns schlüpfen, der in seinem Roman nicht vorkommt.
Die Münchner Produktionsfirma Tandem Communications, 2004 bereits für die viel beachtete Neuverfilmung der "Nibelungen" verantwortlich, verzichtete mit Ausnahme von Donald Sutherland weitgehend auf internationale Stars vor der Kamera, sicherte sich dahinter aber die Hollywood-Regisseure Ridley und Tony Scott als Ko-Produzenten. Regisseur Sergio Mimica-Gezzan war lange die rechte Hand von Steven Spielberg und Roland Emmerich.
Die bekanntesten deutschen Gesichter sind Natalia Wörner als Tom Builders Geliebte Ellen und Götz Otto, der wie schon im Bond-Film "Der Morgen stirbt nie" als Bösewicht auftritt. Mit jeweils rund 100 Minuten erscheinen die Folgen allerdings recht lang. Vor allem der Einstieg zum Auftakt ist das zäheste Stück der gesamten acht Stunden. Der Altersfreigabe ab zwölf Jahren sollten Eltern keinesfalls blind vertrauen. Es geht szenenweise recht drastisch zu, was der Verfilmung allerdings eine hohe Glaubwürdigkeit verleiht. Gedreht wurde aus steuerlichen Gründen vor allem in Ungarn, wo auch die Kathedrale als Echt-Kulisse errichtet wurde – allerdings nur bis zu einer Höhe von sieben Metern, der Rest ist (sehr gut gemachte) Tricktechnik.
Außer um die Quote muss Sat.1 sich um nichts sorgen: Seine Kosten hat der Vierteiler durch den Handel mit Senderechten schon eingespielt. Einen Tag nach der Ausstrahlung erscheint die DVD-Box.
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