Serie "Grey's Anatomy": Liebe und Leid der jungen Ärzte
VON ULRIKE KLODE - zuletzt aktualisiert: 03.04.2007 - 16:52Düsseldorf (RPO). Was für ein Ende! Zwei Gefühle, die sich gleichzeitig breit machen: Trauer und Überraschung. Warum musste Denny sterben? Und: Sind Meredith und Dr. Shepherd jetzt wieder zusammen? Wie geht es weiter?! Nein, es handelt sich nicht um eine Liebesschnulze. Sondern um das Staffelfinale einer der beliebtesten Serien in den USA: „Grey’s Anatomy – die jungen Ärzte“.
Auch in Deutschland begeistert die Serie die Zuschauer, was auf die gelungene Mischung zurückzuführen ist: Spannende und tragische Geschichten vom OP-Tisch werden verknüpft mit Liebe und Leid der jungen Ärzte. Und das ging in der allerersten Folge gut los: Am Abend vor ihrem ersten Arbeitstag lernt die angehende Ärztin Meredith Grey einen Mann in einer Bar kennen und geht mit ihm ins Bett. Nur um dann im Seattle Grace Hospital festzustellen, dass ihr One-Night-Stand ihr neuer Chef Dr. Derek Shepherd ist.
Das könnte in Kitsch abgleiten, doch durch fesselnde Krankenhausgeschichten und gute Charaktere gelingt der Spagat. Der Zuschauer verfolgt gebannt, wenn ein Frühchen operiert wird – genauso wie er zwei Minuten später mitfiebert, wenn die ehrgeizige Assistenzärztin Cristina Yang und Chirurg-Genie Dr. Preston Burke sich langsam näher kommen. Die realistische Darstellung des Krankenhausalltags kommt ohne Probleme an die führende Krankenhausserie „Emergency Room“ heran. Während in „Emergency Room“ das Privatleben der Ärzte aber ein Nebenschauplatz ist, zeigt „Grey’s Anatomy“, wie die jungen Ärzte leben, lieben und leiden.
Gute Charaktere
Das funktioniert so gut, weil sich die Geschichte auf einige wenige Personen beschränkt, mit denen sich der Zuschauer identifiziert – im Mittelpunkt stehen fünf Assistenzärzte, drei Chirurgen und der Krankenhaus-Chef. Außerdem stimmt die Mischung der Charaktere: Die knallharte Ausbilderin Miranda Bailey, die für ihre Schützlinge eigentlich immer nur das Beste will und bei der ganz selten mal der weiche Kern unter der rauen Schale hervorschimmert. Assistenzärztin Meredith Grey, die sich um ihre an Alzheimer erkrankte Mutter kümmert, über ihren Dr. „McDreamy“ Shepherd nicht hinweg kommt und sich selbst als „dunkel und gestört“ bezeichnet. Oder der Assistenzarzt George O’Malley, der ein weicher Kerl ist, dem niemand zugetraut hätte, dass er im feststeckenden Fahrstuhl einen Patienten vor dem Tod retten kann.
Hoher Marktanteil
In Deutschland hatte es die Geschichte über Liebe und Leid der fünf jungen Ärzten auf ProSieben anfangs schwer. Doch eine Sendeplatzverlegung von 20.15 Uhr auf 22.15 Uhr bewirkte Wunder: Im Anschluss an die erfolgreiche Serie „Desperate Housewives“ findet „Grey’s Anatomy“ nun immer mehr Zuschauer. Mit 14,7 Prozent Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag das Staffelfinale in der vergangenen Woche über dem Senderdurchschnitt. 1,69 Millionen saßen vor den Bildschirmen und fieberten mit, als sich Meredith Grey wieder mit Dr. „McDreamy“ Derek Shepherd einließ, während gleichzeitig der Verlobte ihrer Kollegin Izzie Stevens nach einer Herztransplantation starb.
Das Ende der Staffel lässt viele Fragen offen: Wie geht es mit Meredith und Dr. Shepherd weiter? Wie wird Izzi Stevens den Tod ihres Verlobten verkraften? Was für ein Glück, dass ProSieben die Serie nahtlos weiterlaufen lässt – heute Abend wird die erste Folge der dritten Staffel gezeigt. Um 22.15 Uhr geht die Geschichte um die fünf Assistenzärzte in eine neue Runde. So viel sei schon verraten: Ein schwarzer Damenslip spielt eine wichtige Rolle.
„Grey’s Anatomy – die jungen Ärzte“, immer dienstags um 22.15 Uhr auf ProSieben.
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