Schadenersatz wegen Rufschädigung?: Matthäus droht RTL mit Millionenklage
zuletzt aktualisiert: 18.06.2003 - 15:02München/Köln (rpo). Lothar Matthäus beschäftigt mal wieder die Juristen. Der Trainer von Partizan Belgrad droht Fernsehsender RTL mit einer Klage. Hintergrund ist ein Bericht in der Sendung RTL-Exclusiv vom 16. Juni, in der ungeprüft die Nachricht einer Belgrader Zeitung zum Thema Verführung einer Minderjährigen übernommen worden sei.
Wie Matthäus-Manager Georg Stanggassinger mitteilte, habe man sich entschlossen, "den Sender nach dem Bericht von RTL-Exclusiv vom 16. Juni auf Grund grob unwahrer Aussagen, Rufschädigung und daraus resultierender entgangener zukünftiger Werbeeinnahmen, in Millionenhöhe zu verklagen". Rechtsanwalt Wolfgang Stürzer habe sich bereits der Sache angenommen.
Auf sid-Anfrage erklärte RTL-Sprecherin Heike Schultz: "Wir wissen von nichts und rechnen auch mit keiner Klage." Sie verwies auf die Tatsache, dass Matthäus am 17. Juni nachmittags von der Exclusiv-Redaktion in seinem Urlaubsort Dubai zu den Vorwürfen befragt wurde. In dem am Dienstagabend in der Sendung ab 18.30 Uhr ausgestrahlten Beitrag nahm Matthäus Stellung, sprach von einem "großen Missverständnis" und stellte die Angelegenheit aus seiner Sicht dar.
Angeblich an einer Minderjährigen vergangen
Laut Stanggassinger habe RTL die Meldung einer Belgrader Zeitung ungeprüft übernommen. Danach soll sich der fünfmalige WM-Teilnehmer an einer Minderjährigen vergangen haben und müsse angeblich mit einer Klage wegen Verführung einer Minderjährigen rechnen. Außerdem, so Stanggassinger, sei vom Kölner Sender der Eindruck erweckt worden, dass Matthäus ohnehin ein Faible für "junge Lolitas" habe.
Stanggassinger: "Richtig ist, hierzu wurden unter anderem bereits mehrere Zeugen befragt: Lothar Matthäus war in einem Restaurant in Novi Sad zum Essen. Auf Bitten des Restaurant-Managers hat er sich bereit erklärt, mit einem Mädchen, das gerade ihren 16. Geburtstag feierte und ein Fan von Lothar ist, fotografieren zu lassen. Das Foto war ausdrücklich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Trotzdem tauchte es später in einer Zeitschrift in Belgrad auf." Dieses zufällige Treffen sei das einzige gewesen.
Der Vater des Mädchens, ein serbischer Abgeordneter, beabsichtige laut Stanggassinger, die Zeitschrift zu verklagen: "Es wird noch geprüft, ob eine gemeinsame Klage und Strafanzeige mit Lothar Matthäus zusammen angestrebt werden soll. Der Vater des Mädchens wird auskunftsgemäß eine eidesstattliche Versicherung abgeben, die Lothar Matthäus in allen Anschuldigungen, die RTL getätigt hat, entlasten wird."
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