Die Kandidaten wüssten, dass sie beobachtet werden: Medienexperte: Dschungel-Show ist kein Voyeurismus
zuletzt aktualisiert: 16.01.2004 - 10:36Potsdam (rpo). Gab es bislang viel Kritik an "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!", so kontert jetzt der Potsdamer Medienwissenschaftler Lothar Mikos: Die Show biete keinen überzogenen Voyeurismus.
Die Kandidaten im australischen Urwald-Camp wüssten, dass sie beobachtet werden. Dies sei "Teil des Spiels", zu dem sie sich bereit erklärt hätten. Deshalb arbeite die Sendung nicht mit mehr voyeuristischen Bestandteilen als eine herkömmliche Talkshow, sagte Mikos am Freitag im ddp-Interview. Auch dort würden die Zuschauer darauf warten, dass sich ein Gast "daneben benimmt".
Selbst Schadenfreude werde in der Sendung nicht übermäßig angesprochen, befand Mikos. Vielmehr spiele die Reaktion der Zuschauer, etwa dass ihnen bestimmte Erfahrungen erspart blieben, bei nahezu allen TV-Formaten eine Rolle, "selbst bei der 'Tagesschau'", fügte er hinzu.
Den Erfolg der Sendung führt Mikos in erster Linie darauf zurück, dass die meisten TV-Programme derzeit "furchtbar langweilig" seien. Die Dschungel-Show biete hingegen ungewöhnliche Unterhaltung gleich in dreifacher Hinsicht. So hebe sich die Sendung vom Themenspektrum anderer Unterhaltungsshows ab, zeige die Kandidaten in einer extremen Situation und auch noch Menschen, die selbst mit geringem Prominentenstatus "außeralltägliche Persönlichkeiten" repräsentierten.
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