Atzorn Nachfolge: Mehmet Kurtulus wird neuer "Tatort"-Kommissar
zuletzt aktualisiert: 24.04.2007 - 13:46Hamburg (RPO). Mehmet Kurtulus wird der neue "Tatort"-Komissar. Der 34-jährige Schauspieler tritt damit ab 2008 die Nachfolge von Robert Atzorn in der ARD-Krimireihe an. Der Grimme-Preisträger wird als Cenk Batu ermitteln. Sein erster Fall wird im kommenden Jahr im Ersten zu sehen sein.
Vorgänger Atzorn hatte nach sieben Jahren und 15 Folgen Anfang April überraschend seinen Rückzug angekündigt. Derzeit steht er zum letzten Mal als Hauptkommissar Jan Casstorff vor der Kamera. Der NDR entwickelt nach eigenen Angaben derzeit für ihn und seine Partnerin Ursula Karven, die die Staatsanwältin Wanda Wilhelmi spielt, einen Fernsehfilm.
Bereits vor einigen Tagen war durchgesickert, das Kurtulus gute Chancen auf die Posten des Chefermittlers in Hamburg hat. Der 34-Jährige ist mit Schauspiel-Kollegin Désirée Nosbusch verlobt und hat auch schon für die "Tatort"-Serie neben Maria Furtwängler als zweiter ermittelnder Kommissar vor der Kamera gestanden.
"Türkischstämmiger Kommissar"
Kurtulus sagte, die Rolle sei eine "besondere Herausforderung und eine weitere Pionierarbeit" in seinem beruflichen Werdegang. Der NDR-Programmdirektor Fernsehen, Volker Herres, betonte: "Wir freuen uns, mit Mehmet Kurtulus den ersten türkischstämmigen 'Tatort'-Kommissar präsentieren zu können - wenn man ehrlich ist, war das längst überfällig."
Kurtulus erhielt für seine Rolle in dem Gangsterfilm "Kurz und schmerzlos" von Fatih Akin einen Grimme-Preis. Zudem spielte er in Akins Kinofilmen "Im Juli" und "Gegen die Wand". Darüber hinaus war er unter anderem in Doris Dörries' Film "Nackt" und in dem Fluchthelfer-Drama "Der Tunnel" von Roland Suso Richter zu sehen. Zudem stand er neben Maria Furtwängler bis Anfang April als Hauptkommissar in dem NDR-"Tatort: Wem Ehre gebührt" in Hannover und Lüneburg vor der Kamera.
In der "Süddeutschen Zeitung" sagte der in Salzgitter geborene Darsteller, es habe sicher auch eine gesellschaftspolitische Tragweite, dass er als deutscher Schauspieler mit Migrationshintergrund die Rolle spiele. Er sei nicht gecastet worden. "Der NDR wollte unbedingt, dass ich das übernehme", fügte er hinzu.
Allein durch seine Präsenz trage der NDR zur Integrationspolitik in Deutschland bei. "Verunsichtern Zuschauern" könne er aber versichern, dass der "Tatort" mit ihm zwar ein Forum für Migrationsthemen finde, sich aber nicht ausschließlich darin erschöpfe. "Es wird keine Multikultisoße ausgegossen", sagte Kurtulus.
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