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Patrick Mölleken aus Mettmann: Mit 16 schon ein Filmstar

VON ULRIKE WINTER - zuletzt aktualisiert: 10.01.2010 - 16:55

Düsseldorf (RP). „Alarm für Cobra 11“, „Das Traumschiff“, „Harald Schmidt“: Mit seinen TV-Auftritten begeistert Patrick Möllekenseit Jahren Millionen Zuschauer. Heute Abend ist der Jung-Schauspieler in einer seiner bisher wichtigsten Rollen zu sehen.

Patrick Mölleken: Selbst im Traumschiff hatte er schon eine Rolle  Foto: RP
Patrick Mölleken: Selbst im Traumschiff hatte er schon eine Rolle Foto: RP

Patrick Mölleken wirkt entspannt. In dunkler Jeans und grauem Pulli sitzt der 16-Jährige in einem Düsseldorfer Hotel, erzählt von zwei wichtigen Klausuren, die er gerade geschrieben hat, und dem Geburtstag seiner Oma, für den er eigentlich aus seinem Heimatort im Kreis Mettmann nach Düsseldorf gekommen ist. Als er die Bedienung während des zwischengeschobenen Interviews um einen Apfelsaft ohne Eis bittet, klingt er nicht, als ob er eine Sonderbehandlung erwarte. Dabei ist er auch in diesem Jahr wieder mehrere Wochen mit Crews bekannter Filmemacher unterwegs gewesen. Millionen Fernsehzuschauer kennen ihn.

Mit 16 Jahren ist Patrick Mölleken bereits ein bekanntes Fernsehgesicht: Er unterstützte als gewiefter Ermittlungshelfer „Pfarrer Braun”, fuhr als Jungpassagier auf dem „Traumschiff” nach San Francisco, um danach bei Harald Schmidt über den Dreh zu plaudern. Heute Abend ist er in „Der Bergdoktor” (ZDF, 20.15 Uhr) zu sehen. Seine Hauptrolle als schwer erziehbarer Waise auf der Suche nach seiner Mutter soll ein wichtiger Schritt in seiner Karriere werden. Die treibt Patrick Mölleken seit fünf Jahren kontinuierlich voran: mit Geduld, Ehrgeiz - und dem richtigen Gespür für Kontaktpflege.

Im Moment geht es ihm vor allem darum, wegzukommen vom Image des niedlichen Jungen. Schon als er zum ersten Mal auf der Bühne stand, mit fünf Jahren im Kinderanzug 300 Gäste einer Gala begrüßte, „war das natürlich hauptsächlich süß“, meint er. Damals merkte er, wieviel Spaß es ihm macht, „einen Funken überspringen zu lassen.“ Und als er sich mit elf Jahren bei einer Agentur anmeldete und die ihn für „Alarm für Cobra 11” besetzte (die Serie, die ihn überhaupt erst fürs Fernsehen begeistert hatte), da sprach er als niedlicher Cart-Schüler im Rennanzug und Helm den unschuldigen Satz: „Du Tom, wer ist der Mann?”

Mit der hartnäckigen Suche nach ernsteren Parts - fast täglich checkt der Elftklässler Filmportale nach neuen Produktionen, mailt oder telefoniert mit Regisseuren und Schauspielerkollegen - will er aber nicht nur verhindern, in eine Schublade gesteckt zu werden. „Mann muss sich auch schauspielerisch weiterentwickeln“, sagt er. Drei Jahre lang nahm er bisher Schauspielunterricht, lernte, seine Stimme gezielter zu steuern, intensiver zu improvisieren, schauspielerisch noch mehr aus sich herauszugehen. „Mich in alle möglichen Gefühlslagen und Charaktere hineinzuversetzen, deshalb mache ich diesen Job - es geht darum, einen Text zu leben, so dass man ihn in den Augen sieht”, sagt er und bekommt dabei selbst große Augen. Beim Dreh zum „Bergdoktor“ zum Beispiel habe er sich in einer Szene derart physisch verausgabt, dass das EKG-Gerät Alarm geschlagen hat, an das er für den Dreh angeschlossen war. „Die Rolle ist das Wichtigste“, sagt er dann, fast nachdenklich. Und lächelt: „Und, dass es Spaß macht.“

Dass er „Traumschiff“-Produzent Wolfgang Rademann regelmäßig Postkarten schreibt, mit „Traumschiff”-Chefstewardess Heide Keller gelegentlich telefoniert und mit Schauspieler Uwe Friedrichsen schon mal frühstücken geht, verrät er seinen Mitschülern am liebsten gar nicht, in Interviews nur auf gezielte Nachfrage. „Patrick ist absolut nicht abgehoben ”, bestätigt seine Schauspiellehrerin, Alexandra von Schwerin, Chefin der Kölner Schauspielschule Juniorhouse. Sie sieht darin einen großen Vorteil Patricks gegenüber anderen Nachwuchstalenten. „Er schätzt seine Erfolgsaussichten realistisch ein. Wir arbeiten hier immer wieder auch gegen das Verständnis an, dass jeder ein Star werden kann.”

Statt von Hollywood zu träumen („Schauspielern kann man auch hier gut”), arbeitet Patrick Mölleken deshalb schon jetzt an Alternativen für die Zukunft. Dazu gehört für den Zweier-Schüler „auf jeden Fall ein gutes Abi”, für das er auch nach zehnstündigen Drehtagen noch büffelt und Hobbys wie Klavierspielen, Tennis und die Playstation hinten anstellt. Außerdem hat er schon Regieworkshops besucht. So ließe sich später auch hinter der Kamera Geld verdienen, sagt er. Und wirkt wieder ganz entspannt.


 
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