"Wetten, dass ..?": Mönche finden Atze Schröder blöd
zuletzt aktualisiert: 08.10.2008 - 09:41Wiener Neustadt (RPO). Ihren Auftritts bei "Wetten, dass ..?" bereuen die Mönche Karl Wallner und Philipp Gschanes. Sie haben sich unwohl gefühlt und waren von dem niedrigen Niveau der Blödeleien überrascht. Damit spielen sie auf Komiker Atze Schröder an.
"Es war für uns ein persönliches Opfer, weil wir uns in dieser Glitzer- und Pointenwelt sehr unwohl gefühlt haben", sagte Wallner. Dennoch seien die durchweg positiven Reaktionen per E-Mail ein Hinweis darauf, dass das eigentliche Ziel des Auftritts nicht verfehlt wurde. Sie hätten die "Kirche auch in den Medien einmal positiv" darstellen wollen.
Hätte er jedoch vorher gewusst, "wie tief das Niveau angesichts mancher Blödelei sinken würde, hätte ich es mir wohl doch noch einmal überlegt", so Wallner. Laut "Bild" spielte der Mönch damit auf den Auftritt Atze Schröders an. Den Komiker hätten sie zwar akustisch nicht verstanden, Mitbrüder hätten ihnen aber nachher gesagt, "dass der Mann abgrundtief blöde war".
Moderator Thomas Gottschalk habe sich beim Vorgespräch höchst interessiert und wohl informiert über kirchliche Themen gezeigt, berichtete der Ordensmann. So habe er etwa seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass Kirche in den Medien wie auch in der Lebenswelt der Menschen oft nur am Rande oder negativ vorkomme.
Es sei Gottschalks Anliegen gewesen, weniger über den aktuellen Chart-Erfolg der Heiligenkreuzer CD "Chant", sondern vielmehr über das Thema Berufung zu sprechen.
Wallner gestand, während des Gesprächs in der Sendung "völlig blockiert" gewesen zu sein, weil er "ständig daran denken musste, was wohl meine Mitbrüder und die anderen Ordensleute zu unserem Auftritt sagen würden". Herbe Kritik sei aber bislang ausgeblieben; stattdessen habe es großen Zuspruch gegeben.
Als eine interessante Erfahrung bezeichnete Wallner den Umgang mit den anderen Gästen vor der Sendung: "Es hatte ein wenig den Charakter von Star- oder Künstlerseelsorge". Die Menschen stünden alle unter einem permanenten Druck, wie sie wohl beim Publikum ankommen: "Und da wir als Ordensleute für sie aus einer ganz anderen, fremden Welt kommen, sind sie gleich auf uns zugekommen und haben ganz offen mit uns geplaudert."
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