Nachfolge von Fritz Pleitgen: Monika Piel wird WDR-Intendantin
zuletzt aktualisiert: 20.11.2006 - 14:30Köln (RPO). Beim Westdeutsche Rundfunk (WDR) steht erstmals eine Frau an der Spitze. Monika Piel wurde am Montag vom Rundkfunkrat zur Intendantin gewählt. Die bsiherige Hörfunkchefin des Senders löst damit Fritz Pleitgen ab.
Monika Piel erhielt bei der Wahl 38 Stimmen, teilte der Rundfunkratsvorsitzende Reinhard Grätz nach der Sitzung des Gremiums mit. Zwei Rundfunkräte stimmten gegen sie, zwei enthielten sich. Sie war die einzige Kandidatin.
Die 55-jährige Piel tritt die Leitung des größten ARD-Senders am 1. Juli 2007 an. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Der dann 69-jährige Pleitgen geht nach zwölf Jahren an der Spitze des WDR in den Ruhestand.
Piel setzte sich in dem Auswahlverfahren gegen drei gewichtige Mitbewerber durch. Nacheinander verzichteten der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Fritz Raff, ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender sowie NDR-Justiziar Werner Hahn, als sich die Zustimmung für die seit fast 30 Jahren für den WDR tätige Journalistin und diplomierte Betriebswirtin immer klarer abzeichnete.
Grätz sagte, entscheidende Gründe für Piel waren, dass sie Erfahrung habe, guten Umgang mit Menschen pflege, unbestechlich sei und auf Qualität setze. Pleitgen sagte, er sei "außerordentlich froh" über die Wahl Piels. "Der WDR ist bei ihr in allerbesten Händen."
Pleitgen sicherte seiner Nachfolgerin "sehr enge Zusammenarbeit in der Übergangsphase" zu. "Die nächsten Personalentscheidungen werden wir schon gemeinsam treffen", sagte er. "Es soll ja ein Piel-Team werden."
Beim WDR ist in nächster Zeit nicht nur die Position Piels als Hörfunkdirektorin neu zu besetzen, sondern unter anderem auch der Posten des Fernsehdirektors, da Ulrich Deppendorf wieder Chefredakteur des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin wird.
Piel zeigte sich nach ihrer Wahl erfreut über die deutliche Mehrheit, betonte aber, sie hätte den Posten auch bei einer "Adenauer-Mehrheit" von nur einer Stimme übernommen. Sie freue sich darauf, in den nächsten sechs Jahren viel gestalten zu können, den Sender in schwierigen Zeiten mit führen zu können und dem Publikum zu verdeutlichen, dass es für den Sender wichtig sei als diejenigen, denen der WDR unabhängige Information vermitteln wolle.
Der WDR sei finanziell und in seiner Aufstellung stabil, betonte Piel. Es gebe keinen Reformstau, man habe Anschluss an alle wichtigen Entwicklungen. Aber nicht die Intendantin mache das Programm, sondern die sehr qualifizierten und kreativen Mitarbeiter. Sie sei sicher, dass da noch einige Schätze zu heben seien.
Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck gratulierte Piel zur Wahl. Sie werde eine schwierige, aber auch reizvolle Aufgabe übernehmen, erklärte er. Ihre langjährige erfolgreiche Tätigkeit in dem Kölner Sender werde hilfreich sein, "wenn es gilt, den Westdeutschen Rundfunk in dieser medienpolitisch bewegten Zeit in eine sichere Zukunft zu führen".
Piel ist die erste Frau an der Spitze des Senders. Ende 1997 war sie bereits als erste Frau Hörfunk-Chefin geworden. Sie hatte während des Studiums mit der Arbeit für den WDR begonnen und seitdem im Hörfunk unter anderem das Morgen- und das Mittagsmagazin moderiert. In der Nachfolge des 68-jährigen Pleitgen moderiert sie nun den ARD-"Presseclub", zudem ist sie beim "Frühschoppen" auf Phoenix zu sehen.
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