Stasi-Vorwürfe: NDR hält weiter zu Hagen Boßdorf
zuletzt aktualisiert: 06.12.2005 - 14:26Hamburg (rpo). Der NDR will an seinem mit Stasi-Vorwürfen konfrontierten Sportkoordinator Hagen Boßdorf weiter festhalten. Der Sender teile die Interpretation der Birthler-Behörde über die Stasi-Vergangenheit des Journalisten nicht, sagte Sprecher Martin Gartzke in Hamburg. Boßdorf habe seinen Arbeitgeber ausreichend über seine Vergangenheit informiert.
Die von der Birthler-Behörde genannten Sachverhalte seien zum Zeitpunkt der Einstellung von Hagen Boßdorf als ARD-Sportkoordinator 2002 bekannt gewesen.
Laut Gartzke hatte Boßdorf damals schon über seinen Wehrdienst beim Wachregiment "Feliks Dzierzynski" sowie über Treffen mit Mitarbeitern der Stasi berichtet. Zudem sei bekannt gewesen, dass er Kontakt zu Göttinger Studenten unterhielt, die in Leipzig waren. Diese Kontakte waren in der vergangenen Woche als neue Erkenntnisse über die Stasi-Vergangenheit Boßdorfs in den Medien aufgetaucht.
Der NDR habe sich immer offensiv mit der Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit beschäftigt, "allerdings nicht mit dem Ziel pauschaler Verurteilung", erklärte Gartzke. Vielmehr sei dies im Bemühen um differenzierte Abwägung erfolgt. So sei der Sender bereits bei der Einstellung von Mitarbeitern beim Aufbau des Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern und jetzt auch im Hinblick auf Hagen Boßdorf verfahren.
Sollten allerdings weitere Dokumente über Boßdorfs Stasi-Tätigkeit auftauchen, behalte sich der NDR vor, diese erneut zu prüfen, bekräftigte Gartzke auf ddp-Anfrage.
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