Corinna Harfouch zweifach empfohlen: Nominierungen für den Grimme-Preis 2005 bekannt gegeben
zuletzt aktualisiert: 26.01.2005 - 14:28Marl (rpo). Die Experten-Jury am Adolf-Grimme-Institut in Marl hat sich insgesamt 650 Fernsehproduktionen angesehen. 55 Mal ging dabei der Daumen nach oben, eine Nominierung für den 41. Grimme-Preis wurde ausgesprochen. Jetzt wurden die Anwärter bekannt gegeben.
Chancen auf die begehrte Trophäe haben unter anderem das TV-Drama "Zeit der Wünsche" (ARD), der Zweiteiler "Pastewka in Russland" (RTL), die Talkshow "Hart aber fair" (WDR), Dominik Grafs Fernsehfilm "Kalter Frühling" sowie der "Kulturzeit"-Moderator Gert Scobel (3sat), wie eine Sprecherin des Adolf Grimme Instituts in Marl am Mittwoch sagte.
Für ihre schauspielerische Leistung wurden unter anderen Friedrich von Thun, Jessica Schwarz, Erhan Emre und Martina Gedeck nominiert. Corinna Harfouch wurde für ihre Rollen in "Die fremde Frau" (ZDF/Arte) und in "Blond: Eva Blond! Wie das Leben so spielt" (Sat. 1) gleich doppelt empfohlen. Insgesamt können in diesem Jahr bis zu 14 Auszeichnungen vergeben werden.
Im Fernsehjahr 2004 seien viele hervorragende Einzelleistungen zu verzeichnen gewesen, sagte Ulrich Spies, Leiter des Referats Adolf Grimme Preis. So seien das ZDF mit dem Live-Movie "Feuer in der Nacht" sowie der WDR mit der Serie "Dittsche - Das wirklich wahre Leben" zu mutigen Experimenten bereit gewesen.
Allerdings seien gute Produktionen oft auf schlechten Sendeplätzen zu finden gewesen, kritisierte Spies. "Beauty Shows" und "Camp"-Varianten bezeichnete er als lieblos kopierte und schlecht an das deutsche TV-Publikum angepasste Neuentwicklungen.
Im Bereich Dokumentation wurde Georg Stefan Trollers filmisches Essay über die Veränderung der französischen Hauptstadt "Tage und Nächte in Paris" (ARD/SWR/WDR) ebenso nominiert wie die fundiert recherchierten Beiträge "Flucht in den Tod - Frauen verbrennen sich selbst" (ARD/HR) oder "Amok in der Schule" (ARD/SWR) von Thomas Schadt, der eindringlich die Folgen des Erfurter Amoklaufs nachzeichnet.
Nina Moghaddam (Super RTL) erhielt eine "Spezial"-Nominierung für ihre Gesamtleistung als Moderatorin von Kindersendungen. Für die Redaktion und Moderation des ProSieben-Formats "Welt der Wunder" wurde Karsten Heye empfohlen, Karsten Migeld und Jens Heppner (Eurosport) für ihre Live-Kommentierung der Handballspiele und der Leichtathletikwettkämpfe bei der Olympiade in Athen.
Drei Expertenkommissionen wählten aus insgesamt 650 Fernsehproduktionen 55 Nominierungen in den Sparten Fiktion, Information & Kultur sowie Unterhaltung aus.
Verliehen wird der Fernseh-"Oscar" am 18. März im Theater in Marl. Eine Jury aus Fachleuten soll zuvor über die Vergabe beraten. Die TV-Journalistin Bettina Böttinger wird das Medienspektakel rund um den Fernseh-Preis, das zeitversetzt ab 22.30 Uhr auf 3sat verfolgt werden kann, moderieren.
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