Dem Sieger winkt ein Profivertrag: Österreich sucht den "next Footballstar"
zuletzt aktualisiert: 11.09.2010 - 10:08Düsseldorf (RPO). Elf Bewerber, ein Ziel: Seit dieser Woche läuft die Casting-Show "Austrias next Footballstar". Darin kämpfen die Kandidaten um ihre Zukunft als Fußballer. Der Sieger erhält einen Profivertrag. Die Sendung soll auch nach Deutschland kommen.
Drazen Savic hat alles richtig gemacht. Der Abwehrspieler bewarb sich im vergangenen Jahr, überzeugte die Verantwortlichen und erhielt einen Fördervertrag. "Fußballstar auf dem zweiten Bildungsweg", beschreibt Erfinder Martin Daxl das Konzept der Sendung.
"Uns geht es um die Menschen. Wir wollen diejenigen, die mit 18 Jahren noch nicht so weit waren und in den unteren Ligen gestrandet sind, eine neue Chance geben. Und diese Spieler begleiten wir dann durch ihre gesamte Karriere", so Daxl gegenüber der "Welt".
Savics Vertrag läuft vorerst für ein Jahr, finanziert wird er über die Sportagentur Davitasports, die die Casting-Sendung organisiert. Kein Risiko also für Bielefeld und eine große Chance für das Talent, sich durchzusetzen.
Was im vergangenen Jahr als Dokumentation seinen Jungfernflug erlebte, wird diesmal als achtteiliges Fußball-Casting ausgestrahlt. Die Inhalte sind voll auf den Profisport ausgelegt: Hartes Training, Taktikschulung, Rhetorik, Medienschulung und Benimmkurse stehen neben den Einheiten auf dem Platz auf dem Programm.
Zudem müssen sich die Kicker bei einem Spiel gegen eine Profimannschaft beweisen. Dabei leben die elf Teilnehmer unter einem Dach und werden von den Zuschauern nach und nach rausgewählt.
Verglichen werden mit anderen Casting-Shows wie "Germany's Next Topmodel" oder "Deutschland sucht den Superstar" wollen die Macher nicht. Daxl verspricht, dass alle Teilnehmer nachhaltig gefördert werden. Zumindest die, die im Finale stehen. Denn aus über 900 Talenten wurden elf ausgesucht, die um den Sieg kämpfen. Der Gewinner erhält einen Vertrag beim österreichischen Erstligisten SV Karpfenberg.
Toni Polster in der Jury
In der Jury von "Austrias next Footballstar" sitzt ein alter Bekannter. Toni Polster, der in der Bundesliga einst für den 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach auf Torejagd ging, wird die Talente bewerten und über das Weiterkommen entscheiden. "Wir suchen Top-Fußballer, die aber auch als Typen gut ankommen. Das gehört ja auch dazu – schaut mich an", sagt die österreichische Fußball-Legende.
Im kommenden Jahr soll das Format nach Deutschland überschwappen. Die Gespräche mit RTL seien fortgeschritten, Sylvie van der Vaart soll die Sendung moderieren. Allerdings zeigen auch andere Sender Interesse. "Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Konzept auch in Deutschland erfolgreich ist", sagt Polster.
Allerdings rechnet Daxl damit, dass es weitaus mehr Bewerber als in Österreich geben wird und prophezeit über 10.000 Bewerbungen in der ersten Phase. Wenn am Ende auch nur ein paar Fußballer eine zweite Chance erhalten, hat sich der Aufwand jedenfalls schon gelohnt.
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