Etliche Beschwerden eingegangen: Pannenserie bei "New York Times": Kritik an Pulitzerpreis
zuletzt aktualisiert: 23.10.2003 - 17:02New York (rpo). Für die "New York Times" (NYT) nimmt die Serie peinlicher Vorkommnisse kein Ende. Nun erwägt die Zeitung, einen 1932 erhaltenen Pulitzerpreis zurückzugeben.
Der Preis war dem damaligen Korrespondenten der NYT in der Sowjetunion, Walter Duranty, für seine Berichterstattung über die Regierung von Josef Stalin verliehen worden.
Das Pulitzerpreis-Komitee hatte der Zeitung im Juli mitgeteilt, dass etliche Beschwerden vor allem von Amerikanern ukrainischer Abstammung über den vor 71 Jahren verliehenen Preis eingegangen seien. Sie bemängelten, dass Duranty sowjetische Quellen unkritisch übernommen und die große Hungersnot ignoriert habe, bei der 1932 und 1933 Millionen von Ukrainern ums Leben gekommen waren.
Diese Vorwürfe gegen den Korrespondenten und die "New York Times" selbst wurden jetzt auch von einem unabhängigen Gutachter bestätigt, den die Zeitung zu Rat zog. Der Geschichtsprofessor Mark von Hagen von der Columbia Universität in New York gab den Ukrainer recht und bezeichnete die Darstellung der "New York Times" als "schlechten Dienst an den amerikanischen Lesern" der Zeitung.
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