Mittwochabend auf Vox: Quentin Tarantino inszeniert "CSI"-Episode
VON LARS BIGGE - zuletzt aktualisiert: 30.05.2006 - 13:12Düsseldorf (RP). Starregisseur Quentin Tarantinos („Pulp Fiction“) wollte schon immer eine Folge seiner Lieblingsserie CSI - Den Tätern auf der Spur (Vox) inszenieren. Zum Finale der fünften Staffel wird sein Wunsch wahr. Sogar das Drehbuch schrieb Tarantino.
Drei Versionen gibt es mittlerweile von der Krimi-Reihe „CSI“, in der „Crime Scene Investigation“-Teams Tatorte durchsuchen und dabei einiges zu Tage fördern, was hernach der Überführung des Täters dient. Echte Fans von „CSI“ schwören aber immer noch auf die Ur-Version, die in Las Vegas spielt. Die Ableger in Miami und New York erreichen in der Tat selten die Spannung und Dichte ihres Vorbildes.
Das muss auch Film-Regisseur Quentin Tarantino so gesehen haben. Die fünfte Staffel der Serie endet morgen mit einer 90-minütigen Doppelfolge, bei der der 43-Jährige nicht nur Regie führte, sondern für die er auch das Drehbuch schrieb. Nun sind schon die normalen „CSI“-Folgen nicht unbedingt das, was man als leichte Fernsehkost bezeichnen würde. Manches, was dort zu sehen ist, erfordert starke Nerven vom Zuschauer. Und nun soll ausgerechnet auch noch Quentin Tarantino Regie führen?
Gerne erinnert man sich noch an dessen Filme „Pulp Fiction“ oder „Jackie Brown“, mit denen es dem Amerikaner gelang, eine neue Erzählebene im Kino zu etablieren: wechselnde Handlungsstränge, die keiner Chronologie folgen, und eine Darstellung, die sich eben nicht nach dem gängigen Gut-Böse-Schema richtet. Beide Filme wurden von der Kritik als Meisterwerke gefeiert. Und erreichten - was selten bei hochgelobten Filmen ist - auch ein großes Publikum. Wenngleich mahnende Stimmen dem Regisseur einen laxen Umgang mit Gewaltszenen vorwarfen.
Unbestritten jedoch, dass Tarantino zu den Regisseuren zählt, die in der Lage sind, bei ihren Filmen eine düstere Atmosphäre und eine oftmals unerträgliche Spannung zu inszenieren. Was Tarantino auch bei der „CSI“-Doppelfolge gelungen ist. Nick Stokes, einer der Ermittler im „CSI“-Team, wird entführt und bei lebendigem Leibe in einen Plexiglas-Sarg gesteckt, der unter der Erde vergraben ist. Der Sarg wird von einer Leuchte ausgestrahlt. Tarantino-Fans erinnern sich da gleich an dessen Film „Kill Bill“, als Hauptdarstellerin Uma Thurman ebenfalls in einem (Holz-)Sarg unter der Erde vergraben wurde und ihr Gefängnis mit einer Taschenlampe ausleuchten konnte.
Bei „CSI“ erfüllt die Leuchte jedoch einen anderen Zweck. Sie spendet Licht für eine Webcam, die über das Internet Bilder aus dem Plexiglas-Sarg in die Zentrale des „CSI“-Teams liefert. Der knorrige Chef Gil Grissom muss mitansehen, wie sein Mitarbeiter Todesängste in dem kleinen durchsichtigen Kasten ausstehen muss. Mit spärlichen Mitteln hat Tarantino diese klaustrophobische Szenerie ins Bild gesetzt.
Eine Million Lösegeld fordert der Entführer. Andernfalls werde Stokes sterben. Das „CSI“-Team versucht zwar mit der bekannten Mischung aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und Spürsinn, den Aufenthaltsort des Entführten zu ermitteln. Doch die Bemühungen scheitern. Schließlich entscheidet man sich, dem Täter das Lösegeld zu überbringen. Doch bei der Übergabe geschieht etwas, mit dem das „CSI“-Team nun wirklich nicht rechnen konnte.
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