Stock-Car-Rennen in Düsseldorf: Raab verliert beim Schrottspektakel
zuletzt aktualisiert: 30.11.2008 - 12:23Düsseldorf (RPO). „Wer übt, kann nix“, hatte Gastgeber Stefan Raab noch kurz vor der TV Total Stock Car Crash Challenge in der Düsseldorfer LTU-Arena posaunt. „Wenn ich etwas unvorbereitet angegangen bin, hat sich das immer als beste Strategie erwiesen.“ Diesmal reichte seine Strategie nur für Platz drei.
Nur mit viel Glück schaffte es Raab auf das Siegertreppchen. Der Meister der Improvisation hatte bereits beim Qualifying am Freitagabend eine erste Niederlage verzeichnet. Er wurde Letzter. Sein Team musste beim Stock-Car-Rennen am Samstag vom zehnten und hintersten Platz starten und sich regelrecht nach vorne boxen. Kein Problem für Komiker Axel Stein, der in der 1500ccm-Klasse startete. Nach dem ersten Wertungsrennen (Stock Car) hatte er sich von Platz zehn auf fünf vorgearbeitet.
Bereits nach der ersten Runde auf dem Sandparcours in der LTU-Arena musste das Serviceteam eingreifen. Das Auto der einzigen Frau im Rennen – 9live-Moderatorin Alida Lauenstein – überschlug sich und fing Feuer. Kurz darauf war sie allerdings wieder im Rennen.
Die Straßenverkehrsordnung besaß keine Gültigkeit, als es darum ging, die Konkurrenz publikumswirksam aufs Dach oder aus der Bahn zu werfen. Denn genau das wollten die rund 43.000 Zuschauer in der ausverkauften LTU-Arena sehen.
So zeigte sich Stein beim darauf folgenden Karambolage-Rennen für seine Klasse als wahrer Rempel-Meister. Er drängte seine Gegner geschickt aus der Bahn und brachte sie zum Überschlag – was ihm insgesamt 490 Punkte und den ersten Platz in seiner Klasse bescherte.
Überbieten konnte das nur sein Teamkollege Timo Scheider. Der Sieger der Deutschen Tourenwagen Masters erwies sich als besonders crash-freudig. In rasantem Tempo fuhr Scheider durchs Parcours und fegte jeden Wagen weg, der vor ihm auftauchte. Jeder, der sich ihm in den Weg stellte, wurde mehr oder weniger elegant weggedrängt, was ihm mehr als 600 Punkte und in der 1900ccm-Klasse auf das Siegertreppchen brachte.
Anders Raab. Der Gastgeber wich zwar beim ersten Wertungsrennen geschickt jedem möglichen Crash aus und schaffte dank der Fehler seiner Gegner Platz zwei. Doch die verbesserte Startposition beim Karambolage-Rennen brachte dem Moderator wenig. Bereits nach den ersten Runden wurde er immer wieder zum Ziel seiner rempelwütigen Gegner, die seinen Wagen stets aus dem Parcours drängten. Erst Joey Kelly, dann Mario Basler und schließlich sein Dauer-Praktikant Elton. Schließlich war es Christian Clerici, der Raab mit solcher Wucht rammte, dass sich beide Wagen langfristig verhakten.
Doch auch seine Gegner blieben nicht verschont. Favorit Kelly etwa hatte vorzeitig eine Autopanne, und Eltons Motorhaube war so verbogen, dass sie ihm die Sicht verdeckte - die Rennleitung zog ihn zwischenzeitlich aus dem Rennen. Eine Minute vor dem Ende des zweiten Rennens in der 3000ccm-Klasse waren nur noch vier Autos im Parcours. Titelverteidiger Clerici gewann, Raab schaffte es zumindest noch auf Platz drei.
Zwischen den Rennen stöckelte Moderatorin Sonja Kraus in hautengen roten Leggins und einer lila Pelzjacke durch den Sand – und leistete sich zwischen weitgehend belanglosen Kommentaren einen schlimmen Fauxpas, als sie vor dem dritten Rennen Clerici von Raab grüßte mit der Bemerkung: „Was passiert mit Österreichern, die zu schnell fahren? Stichwort: Lauda“. Kein Wunder, dass Clerici einen raueren Ton für seine Antwort wählte und Raab einen „Hornochsen“ nannte.
Beim Rodeo-Rennen am Ende folgte eine einzige, unübersichtliche Auto-Schlacht. Alle noch fahrtüchtigen Stock Cars der 30 mehr oder weniger prominenten Teilnehmer kämpften sich durch die kurvige Piste, bis nur noch einer übrig blieb: Rennfahrer Martin Tomczyk.
Auch hier brachte Raab seine Improvisationsstrategie („Wer übt, kann nix“) wenig. Stefan Raab grub seinen Wagen in den Sand und musste das große Verschrotten vorzeitig verlassen.
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