Plasberg und Kerner wollen Mohnhaupt einladen: RAF-Terroristin als Talkshow-Liebling?
zuletzt aktualisiert: 28.01.2007 - 13:15Hamburg (RPO). Die ehemalige RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt könnte nach einer vorzeitigen Haftentlassung ein beliebter Gast in deutschten Talkshows werden. Frank Plasberg und Johannes B. Kerner bekundeten bereits Interesse. Auch n24-Moderatorin Bärbel Schäfer würde Mohnhaupt einladen.
WDR-Moderator Plasberg ("Hart aber fair") sagte in der "Bild am Sonntag", er halte es für eine Bürgerpflicht, mit Mohnhaupt zu reden, wenn sie auf Bewährung entlassen würde. "Sie müsste sich allerdings einer ganz normalen Sendung stellen. Und dazu gehört ganz sicher eine Konfrontation mit der Seite der Opfer", sagte er. Der Diskussion, ob man ihr damit ein Forum biete, sehe er gelassen entgegen. "Ich würde diese Frage aber zum Thema der Sendung machen", erklärte Plasberg.
Der Chefredakteur der ZDF-Talkshow "Johannes B. Kerner", Markus Heidemanns, sagte, Mohnhaupt sei als Person der Zeitgeschichte ein interessanter Gast, falls sie sich der Ko^Prontation mit den Angehörigen der Opfer stelle. "Auf ein Honorar müsste sie allerdings verzichten." ZDF-Moderatorin Maybrit Illner ("Berlin Mitte") sagte, es spreche grundsätzlich nichts dagegen, mit Mohnhaupt in ihrer Sendung zu reden.
Auch N24-Moderatorin Bärbel Schäfer würde die ehemalige Terroristin einladen: "Vor allem ist es interessant, ob Brigitte Mohnhaupt ihre Taten bereut", sagte sie. Dagegen sagte der Redaktionsleiter von Reinhold Beckmann (ARD), Olaf Köhne: "Wir können uns nicht vorstellen, dass Brigitte Mohnhaupt zu einem kritischen Gespräch über ihr Leben und ihre Taten bereit ist. Alles andere ist aber für die Angehörigen der Opfer unzumutbar." Für Sandra Maischbergers Redaktion ist Mohnhaupt kein Thema.
Die 57-jährige Mohnhaupt wurde 1985 als Rädelsführerin der für insgesamt 34 Morde verantwortlichen terroristischen Vereinigung RAF zu fünf Mal lebenslanger Haft verurteilt.
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