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Reich-Ranicki gottschalk ZDF Trash-TV Blöd-TV PANORAMA ZDF
  Foto: ZDF/Carmen Sauerbrei
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ZDF-Streitgespräch: Reich-Ranicki bekräftigt seine Kritik

zuletzt aktualisiert: 17.10.2008 - 08:05

Wiesbaden (RP). Freitagabend strahlt das ZDF um 22.30 Uhr das Gespräch zwischen Marcel Reich-Ranicki und Thomas Gottschalk über die Qualität des deutschen Fernsehens aus. Der Wetten-dass?-Moderator machte nach der zornentflammten Rede, mit der Reich-Ranicki die Entgegennahme des Deutschen Fernsehpreises für sein Lebenswerk abgelehnt hatte, das Angebot für diese Aussprache.

Die beiden trafen sich im Kurhaus Wiesbaden unter Ausschluss der Öffentlichkeit. "Ich habe nichts zu bereuen", sagte Reich-Ranicki, "ich nehme nichts zurück." Er räumte aber ein, dass es bei der Verleihung einige nicht ganz schlechte Momente gegeben habe. Gottschalk, der den 88-Jährigen duzte, erinnerte sein Gegenüber daran, dass ihn erst das Fernsehen als unterhaltsamen Menschen bekannt gemacht habe. "Ja", sagte Reich-Ranicki, "schon Schiller habe für Theater und Kultur keine andere Aufgabe gesehen, als Unterhaltung zu liefern und Spaß zu geben."

Das Fernsehen solle sich mehr Mühe geben, sagte der Kritiker. Auch Unterhaltungsprogramme müssten Niveau haben. Shakespeare, der für ihn der größte Dichter sei, habe solche Unterhaltung geboten, dessen Stücke müssten verfilmt werden. Oder Bertolt Brecht, "der größte Poet", der sei der Richtige fürs Fernsehen.

Die Jury des Fernsehpreises hat die Kritik zurückgewiesen. "Qualität meint imTV-Film etwas anderes als in einer TV-Show, ist in einer Auslandsreportage etwas anderes als in einer Comedy. Das Gute zeigt sich nicht allein im Ernsten und Erhabenen, sondern auch in intelligent unterhaltendem ‘Blödsinn’", heißt es in einer Stellungnahme.

ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut nimmt unterdessen Elke Heidenreich die Angriffe auf Thomas Gottschalk übel. Er stellte infrage, ob sie ihre Sendung "Lesen!" weitermachen darf: "Ich frage Frau Heidenreich: Können Sie überhaupt noch für einen Sender arbeiten, den Sie so schrecklich finden?" Heidenreich hatte Reich-Ranicki in einem Zeitungsbeitrag unterstützt.

Quelle: RP

 
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