Telekom-Werbevertrag: Reich-Ranicki weist Kritik von sich
zuletzt aktualisiert: 21.10.2008 - 19:21Frankfurt/Main (RPO). Nach seiner emotionalen Rede beim Deutschen Fernsehpreis, in der Marcel Reich-Ranicki das Fernsehen kritisiert hat, hat der Literaturkritiker einen Werbevertrag mit der Telekom unterschrieben. Die Kritik daran kann Reich-Ranicki nicht verstehen.
"Das war ein ganz normaler Vertrag, das ist keine Affäre", sagte der 88-Jährige am Dienstag. Es sei auch ein Honorar vereinbart worden, das bislang aber noch nicht ausgezahlt worden sei, sagte Reich-Ranicki. Die Anzeige werde nicht noch einmal erscheinen.
Nach Reich-Ranickis Ablehnung des Deutschen Fernsehpreises war am Wochenende in mehreren Zeitungen sein Bild am Rednerpult zu sehen, in der er für ein TV-Angebot der Deutschen Telekom-Tochter T-Home mit den Worten wirbt: "Bei uns findet jeder ein Fernsehprogramm, das ihm gefällt". Eine weitere Anzeige einer Billig-Airline bezeichnete Reich-Ranicki als "Missverständnis". Auch diese Werbung werde nicht noch einmal erscheinen, sagte er der AP.
Zuvor hatte Reich-Ranicki dem Radiosender Bayern 3 gesagt, er habe beim Anruf der Telekom "gar nicht gewusst, um was es geht, die haben es ein bisschen undeutlich gesagt". Reich-Ranicki verneinte dem Sender zufolge die Frage, ob er nun mit etwas werbe, was er zuvor kritisiert habe. Er habe die Fernsehpreis-Gala in Köln kritisiert, nicht aber das Fernsehprogramm im Allgemeinen.
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