Eurovision Song Contest: Roger Cicero vertritt Deutschland in Helsinki
VON FRANZISKA BLUHM - zuletzt aktualisiert: 09.03.2007 - 08:21Hamburg (RPO). Es war die Überraschung des Abends! Mit seinem Titel "Frauen regier'n die Welt" setzte er auf die Frauen und gewann: Roger Cicero fährt für Deutschland zum Eurovision Song Contest nach Helsinki. Er lag bei der Abstimmung der Zuschauer klar vor Monrose und Heinz Rudolf Kunze.
Über den Sieger hatten die TV-Zuschauer per Telefon und SMS abgestimmt. Kunze (50) sang den Song mit dem wohl peinlichsten Titel "Die Welt ist Pop" und Monrose den Popsong "Even Heaven Cries".
Wie kleine Engel saßen und standen sie auf der Bühne: Bahar, Senna und Mandy. In beige gehüllt. Und sie trällerten ihren Song perfekt dahin: Mit gekonnten Posen, nahezu perfekter Sangeskunst und der passenden Mimik - ganz so wie Detlef D! Soost es ihnen bei der Casting-Show "Popstars" beigebracht hatte. Und doch reichte es nicht.
Die drei Kandidaten waren von einer Arbeitsgruppe von ARD-Unterhaltungschefs ausgewählt worden. Sie mussten bei der von Thomas Hermanns moderierten Show im Deutschen Schauspielhaus zudem frühere Grand-Prix-Titel singen. Cicero wählte "Zwei kleine Italiener" von Conny Froboess, Kunze "Merci Chérie" von Udo Jürgens und Monrose "Wunder gibt es immer wieder" von Katja Ebstein.
Wie der Abend sonst so war? Wie immer, wenn es um den "Grand Prix" geht. Moderator Thomas Hermanns setzte auf bewährte Zoten und Mutmachparolen: "Der Contest ist definitiv rockiger geworden". "Und kantiger". "Und mutig". Sagte Georg Uecker.
Wie in jedem Jahr war diese Veranstaltung eine sehr spezielle. Was bereits im vergangenen Jahr, als Texas Lightning das Ticket gewann, nicht unbedingt hohe Einschaltquoten einbrachte.
Allerdings kann man dem NDR nicht vorwerfen, dass nicht versucht wurde, gegenzusteuern. Nachdem die Quote homosexueller Männer auf dem roten Sofa von Thomas Hermanns im vergangenen Jahr deutlich über 50 Prozent lag (Joy Fleming, Dirk Bach, Georg Uecker, Ex-No-Angel Lucy Diakovska und Hape Kerkeling waren da), hatte sich der NDR in diesem Jahr bemüht, die Veranstaltung etwas, sagen wir mal, ausgewogener zu gestalten. Neben Georg Uecker (!) wurde die Expertise von Susanne "Moppel-Ich" Fröhlich, Andrea "Kiwi" Kiewel und Paola (die von Paola und Kurt Felix) bemüht.
Cicero wird also am 12. Mai nach Helsinki zum Finale des 52. Grand Prix reisen. Der Wettbewerb findet zum ersten Mal in Finnland statt, nachdem die finnische Hard-Rock-Gruppe Lordi 2006 in Athen gewonnen hatte. Ob Cicero mit seinem Song dabei allerdings hohe Gewinnchancen ist ungewiss. Ist ja schließlich nicht jeder Tag im Jahr ein Frauentag.
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