Gespräche mit Kartellamt: RTL weiter an n-tv-Übernahme interessiert
zuletzt aktualisiert: 15.02.2006 - 19:07Köln (rpo). Der Fernsehsender RTL ist weiter im Gespräch mit dem Kartellamt über die Übernahme des Nachrichtensenders n-tv. Am Donnerstag läuft die Frist für eine Stellungnahme ab. Bis 24. März will Kartellamt entscheiden.
Nach der Kritik des Bundeskartellamts an der geplanten kompletten Übernahme des Nachrichtensenders n-tv durch RTL endet am Donnerstag die Frist für eine Stellungnahme. Der Sender werde sich fristgerecht äußern, sagte RTL-Sprecher Christian Körner. RTL sei wie angekündigt weiter im Dialog mit der Wettbewerbsbehörde. Darüber hinaus wollte sich Körner zu dem laufenden Verfahren nicht äußern.
Das Bundeskartellamt hatte Anfang Februar massive Bedenken gegen die im November angemeldete vollständige Übernahme von n-tv durch RTL geäußert und den "Erwerb der alleinigen Kontrolle" abgemahnt. Den Beteiligten wurde eine Frist bis 16. Februar gegeben, sich zu äußern. RTL hält bislang 50 Prozent der Anteile an n-tv und will die restlichen 50 Prozent vom Mitgesellschafter CNN/Time Warner übernehmen. Das Kartellamt will bis 24. März entscheiden.
Die Behörde hatte unter anderem angeführt, dass auf dem bundesweiten Fernsehwerbemarkt die RTL Group mit ihren Sendern RTL, Vox, Super RTL und n-tv gemeinsam mit der ProSiebenSat.1-Gruppe bereits heute über eine marktbeherrschende Stellung verfüge. Nach bisherigen Erkenntnissen führe der geplante Erwerb der restlichen 50 Prozent der Anteile an n-tv zur Absicherung und damit zu einer stärkeren "kollektiven marktbeherrschenden Stellung".
In den vergangenen Wochen hatten sowohl die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) als auch das Kartellamt die Fusion des Verlags Axel Springer und der Sendergruppe ProSiebenSat.1 abgelehnt.
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