Rundum Gesund: Rundfunkrat kritisiert einseitige WDR-Impf-Sendung
zuletzt aktualisiert: 25.02.2005 - 11:18Köln (rpo). Der WDR-Rundfunkrat verpasste der "Rundum Gesund"-Sendung zum Thema "Impfen - Schutz oder Schaden?" einen deutlichen Rüffel. Nachdem sich Zuschauer beschwert hatten, kam das Gremium unter Leitung von Reinhard Grätz mehrheitlich zu der Überzeugung, dass die Produktion dem Anspruch einer Ratgebersendung nicht gerecht wurde.
"Rundum Gesund" habe kritische Positionen gegen das Impfen in "sehr einseitiger Weise" dargestellt, während die Erfolge des Impfens "zu wenig Berücksichtigung" gefunden hätten. Das für eine Programmbeschwerde erforderliche Quorum kam im Rundfunkrat allerdings nicht zu Stande.
Anlass für die Entscheidung war eine Zuschauerbeschwerde. Diese habe Aufmachung und Darstellung der Sendung vom 20. September kritisiert und beklagt, dass darin zu negativ über Impfungen berichtet worden sei. Dies habe die Zuschauer verunsichert und lasse sie von sinnvollen Impfungen Abstand nehmen. Die Beschwerdeführerin habe die Programmgrundsätze verletzt gesehen, wonach der WDR die allgemeinen Gesetze und Bestimmungen zum Schutz der Jugend einzuhalten und dazu beizutragen habe, die Achtung vor Leben, Freiheit und körperlicher Unversehrtheit anderer zu stärken, teilte der WDR mit.
Der Sender erklärte sich nun bereit, die Sendung nicht zu wiederholen und in absehbarer Zeit eine neue "Rundum Gesund"-Folge auszustrahlen, in der "differenziert alle Fragestellungen des Impfens behandelt werden", wie es hieß.
WDR-intern wurde die Entscheidung des Gremiums allerdings als Politikum gewertet. "Da hat sich eine Gruppe beschwert, deren Ziel die Lobbytätigkeit ist", hieß es aus Senderkreisen. Offenbar solle die Maxime des Senders, dass das Programm ausgewogen sein müsse, auf einzelne Beiträge ausgedehnt werden. Die Entscheidung erinnere an die Debatte in den 70er Jahren, als der WDR von konservativen Kreisen als "Rotfunk" bezeichnet worden war, hieß es.
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