Benachteiligung der Privatsender beklagt: Saban fordert Werbeverbot für ARD und ZDF
zuletzt aktualisiert: 22.10.2003 - 13:28München (rpo). Haim Saban, neuer Chef der ProSiebenSat.1-Gruppe, fühlt sich im Speziellen und das Privatfernsehen im Allgemeinen von der deutshen Politik benachteiligt. als erste Maßnahme forderte er ein Werbeverbot für ARD und ZDF.
Das sagte Saban am Mittwoch bei den Münchner Medientagen in seiner ersten öffentlichen Rede in Deutschland. "Hier wird mit zweierlei Maß gemessen", so der amerikanische Medienmogul.
Die Sendeanstalten bekämen 6,5 Milliarden Euro Gebühren und dürften zudem mit Werbung weitere Hunderte Millionen kassieren. Alle privaten Sender zusammen finanzierten sich mit vier Milliarden an Werbeeinnahmen. Wenn ARD und ZDF Werbung verboten würde, könnten über 20 Privatsender davon profitieren und Vielfalt und Wettbewerb stärken, sagte Saban.
Bei ARD und ZDF werde offene Schleichwerbung in den Fernsehshows geduldet. Wenn die Privaten das täten, riskierten sie Strafen, kritisierte der amerikanische ProSiebenSat.1-Mehrheitsaktionär.
Die öffentlich-rechtlichen Sender würden vom Rundfunkrat in Selbstverwaltung beaufsichtigt, die privaten aber von den Landesmedienanstalten ohne Selbstverwaltung kontrolliert. All das sei unverständlich und schaffe unfaire Wettbewerbsbedingungen und gefährlich verschiedene Standards.
Saban hatte die ProSiebenSat.1-Mehrheit im August übernommen. Er wolle die Sendergruppe zusammen mit Vorstandschef Urs Rohner in einem langen, harten Marathon in eine glanzvolle Zukunft führen, kündigte er an. Die ständigen Umbrüche hätten den Vorstand drei Jahre lang daran gehindert, sich auf sein eigentliches Geschäft zu konzentrieren.
Dass ProSiebenSat.1 trotzdem noch so stark da stehe, sei ein Wunder. Wenn die erwarteten Erfolge einträfen, könnte die Saban-Finanzgruppe "noch mehr Geld in den deutschen Markt investieren" und neue Jobs schaffen, sagte Saban. Er glaube an einen Wirtschaftsaufschwung, an Deutschland als Wirtschaftsmotor Europas und an die hart arbeitenden Deutschen.
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