Unterschiedliche Zukunftsaussichten für die Sendungen: SAT.1-Doppel-Jubiläum: 2000 "Blitze", 400 "Akten"
zuletzt aktualisiert: 07.07.2003 - 13:44Hamburg (rpo). Im Hause SAT.1 gibt es am Dienstag was zu feiern, und das gleich doppelt: Das Boulevardmagazin "Blitz" - gestartet im Januar 1997 - geht zum 2000. Mal über den Bildschirm, das Reportermagazin "Akte" von Ulrich Meyer - ein Jahr länger auf Sendung - kommt zum 400. Mal. Die Aussichten für beide Sendungen sind höchst unterschiedlich.
Während die "Akte" für SAT.1-Verhältnisse sehr gute Quoten erzielt, gehört "Blitz" zu den Sorgenkindern.
Nur wenige Ausgaben des Boulevardmagazins erzielen einen zweistelligen Marktanteil. Damit geht es "Blitz" so ähnlich wie der anschließenden "Quizshow", die senderintern auf dem Prüfstand steht und möglicherweise bald gegen ein anderes Format ausgetauscht werden könnte. Dass es am traditionell schwierigen Vorabend bei SAT.1 durchaus aufwärts gehen kann, haben zwei Neueinführungen des Senders gezeigt: Die Detektiv-Reihe "Lenßen & Partner" und die Kommissar- Reihe "Niedrig und Kuhnt" fanden im Frühjahr auf Anhieb ihren Platz beim Publikum.
Vor allem sei es vor einigen Wochen bei "Blitz" zu Quotenproblemen gekommen, als das Konzept der Sendung von knallig und bunt auf eine familientaugliche Ebene gebracht worden sei, heißt es senderintern. Inzwischen haben die Macher der Sendung gegengesteuert und liefern wieder prallere Themen. "Blitz" hatte es seit seinem Anfang nicht einfach - denn hinter Marktführer "Explosiv" (RTL), "Brisant" (ARD) und "taff" (ProSieben) musste es sich als viertes Format im Reigen der Boulevardmagazine am Vorabend im deutschen Fernsehen bewähren. Mittlerweile ist mit Caroline Beil nach Monica Lierhaus und Daniela Noack die dritte Moderatorin auf dem Bildschirm.
Weniger Kopfzerbrechen dürfte sich Ulrich Meyer machen: In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer liegt die "Akte" meist über dem von SAT.1 angestrebten Sender-Durchschnitt von 12,0 Prozent. "Akte" mischt gerne bei aktuellen Themen mit und spielt zuweilen auch die Vorreiterrolle.
Meyers Magazin sorgte im Jahr 2000 mit einem Bericht über Kokain-Spuren im Deutschen Bundestag für Aufsehen. Unseriöse Reiseveranstalter oder Glücksspielunternehmer werden von Meyers Reportern gnadenlos verfolgt - und der "Trompeterstreit" um Volksmusiker Stefan Mross wurde auch von der "Akte" öffentlich gemacht.
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