"You Can Dance!": Sat.1 sucht den Tanz-Champion
VON VERENA BRETZ - zuletzt aktualisiert: 10.11.2006 - 08:51Düsseldorf (RP). Fernsehen und Radio Salsa, HipHop, Ballett und Bauchtanz. In der neuen Show "You Can Dance!" müssen die Kandidaten sämtliche Stilrichtungen beherrschen. Der Sieger bekommt 50.000 Euro und darf einen Kursus in den USA besuchen.
Das weiße Hemd war sauber, die Jeans saß gut, die spitzen Schuhe waren frisch geputzt. Und der Moonwalk zu Michael Jacksons "Billie Jean"? Hat eigentlich perfekt geklappt. Vielleicht lag’s an der Mütze, dass Tarik Yönyül beim Duisburger Casting für die neue Sat.1-Tanzshow "You Can Dance!" rausgeflogen ist. "Mein Traum ist geplatzt", sagt der 20-jährige Düsseldorfer. "Aber ich muss die Entscheidung der Jury akzeptieren." In vier Städten haben die Juroren mehr als 1200 Tänzer gesichtet - von denen durften nur 60 ins Trainingslager. Dort wurde dann weitergesiebt, bis die jeweils sieben Männer und Frauen feststanden, die in den Liveshows gegeneinander antreten dürfen. Das erinnert ein bisschen an "Let’s dance", die erfolgreiche RTL-Tanzshow.
Moderatorin Anna Maier (29) ist empört: "Diese Show lebt nicht von Prominenten, sondern von ganz normalen Menschen", sagt die Schweizerin, die mit "You Can Dance!" ihre Deutschland-Premiere hat. Dass dieses Konzept zieht, belegt sie mit Zahlen: "In den USA saßen zum Teil zehn Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen." Auch diese Show kommt aus Amerika: "So You Think You Can Dance" heißt das Original. Jurymitglied Paul Kribbe stellt klar, was für einen Typ er und seine drei Kollegen finden wollen: "Wir suchen den vielseitigsten Tänzer Deutschlands und nicht den King of HipHop", sagt der 44-Jährige. Das bedeutet: Der coole HipHopper muss bei "You Can Dance!" auch im Walzerschritt über die Bühne schweben. Die Ballerina wiederum sollte in der Lage sein, einen echten "Straßen-Break" hinzulegen. Und die rassige Salsa-Königin darf vor einer Bauchtanzeinlage nicht zurückschrecken.
Vielseitigkeit hin oder her - was auf der Bühne immer noch am meisten zählt, ist die Ausstrahlung, betont Kribbe, der vor vier Jahren im Düsseldorfer Musical-Theater "Capitol" als Fiesling Roy Fire in "Miami Nights" auf der Bühne stand und auch als Choreograf arbeitet. "Die Leute müssen auch nicht schon alles beherrschen", ergänzt Julie Pecquet, Kribbes Kollegin. "Aber sie müssen bereit sein, sich auf viele Stile einzulassen. Auch im Tanzbereich hat eine Globalisierung stattgefunden." Weniger den künstlerischen, vielmehr den Vermarktungsaspekt hat Juror Dirk Elwert im Auge. Bei seiner Beurteilung kennt der Berliner Tanzmanager keine Gnade: "Lieber ein frühes als ein zu spätes "Nein". Denn wenn sich jemand offensichtlich in eine unerfüllbare Idee verrennt", erklärt der 46-Jährige, „bedeutet das auch den Verlust seiner Lebenszeit."
Tarik Yönyül hat dieses frühe ,Nein" gehört - will aber trotzdem weiterkämpfen. "Klar, so eine Show wäre die Riesenchance gewesen", gibt er zu. "Jetzt werde ich meinen Traum eben auf andere Weise verwirklichen." Eine gute Tanzschule will Tarik nun besuchen und weiter an sich arbeiten. "Und wenn es wieder so ein Casting gibt, werde ich mich auf jeden Fall bewerben."
You Can Dance!, Sat.1, 20.15 Uhr
Der Weg ins Finale
Casting: Die drei ersten Sendungen zeigen die Castings in Duisburg, Berlin, Offenbach, Stuttgart.
Training: Zwei Ausgaben sind dem Workshop gewidmet.
Wettbewerb: In fünf Live-Shows treten sieben Paare an, jeweils zwei Kandidaten scheiden aus.
Finale: In der letzten Show tanzen vier Kandidaten um den Sieg.
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