Nach 13 Spielen war Schluss: "Schlag den Raab": Ehrgeizling vergibt Chance auf zwei Millionen Euro
VON CHRISTIAN KURTH - zuletzt aktualisiert: 06.04.2008 - 09:40Köln (RPO). Schlag den Raab – wörtlich genommen hat das bislang eigentlich nur Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich geschafft. Gestern stieg Entertainer Stefan Raab zum Glück nicht in den Ring, wo er voraussichtlich K.o. gegangen wäre. Stattdessen vernichtete Raab seinen muskelbepackten Herausforderer in 13 amüsanten Spielchen der ProSieben-Show.
Es ging um zwei Millionen Euro Siegprämie – zumindest für den Kandidaten. Raabs Motivation: „Wenn ich verliere, nerven mich die Sprüche der Kollegen. Ansonsten ist das so: Ich will einfach immer gewinnen.“
Der Gegner: Jens, 35 Jahre alt, Lehrer (Sport und Englisch) an einem privaten Gymnasium. Der Berg von einem Mann bestand seine erste Prüfung ohne eigenes Dazutun. Die Zuschauer gaben ihm per Telefon- beziehungsweise SMS-Abstimmung den Vorzug vor dem deutschen Zehnkampf-Meister, der bald in Peking Olympisches Gold holen könnte, einer attraktiven Brünetten, die in Parfüm macht, einem 1,93 Meter großen Studenten der Zahnmedizin und einem Arzt, der die Marathondistanz bereits in weniger als drei Stunden bewältig hat.
Nichts im Vergleich zum Show-Marathon, der länger als 250 Minuten beanspruchte. Mit Sicherheit das größte Manko der Live-Sendung, die quasi die übrigen Raab-Shows an einem Abend lieferte. So sahen die Zuschauer unter anderem „Kassieren oder Blamieren“, allerdings ohne Praktikant Elton. Oder aber eine Art Stock-Car-Race, das Raab ansonsten in der Arena auf Schalke veranstaltet. Die Wok-WM und das Turmspringen standen nicht auf dem Themenplan, dafür aber viele andere Highlights wie Sägen, Kegeln, Hau den Lukas oder Squash.
Zu Beginn des Duells agierte der stets verbissen wirkende Jens zielsicher. Beim „Hau den Lukas“ schlug er so genau und fest zu, dass der Stein beinahe durch die Decke ging. Auch beim Squash sowie beim Sägen zeigte er Raab deutlich die Grenzen auf. Doch es gab nur wenig Punkte. Raab blieb gelassen, spielte seine Routine aus, als die Wertigkeit der Auseinandersetzungen stieg. Ab Spiel sieben blieb er bis auf eine Ausnahme unbesiegt, verdarb dem Lehrer samt verzweifeltem Anhang den Abend.
Gute Noten verdiente sich indes Moderator Matthias Opdenhövel. Im schlichten dunklen Anzug ohne Krawatte (Thomas Gottschalk hat sich davon leider kein Stück abgeschnitten) setzte der frühere Stadionsprecher von Borussia Mönchengladbach die Pointen an den richtigen Stellen - wohl dosiert, stets gut formuliert. Für den ersten Lehrer-Witz benötigte er gerade mal 180 Sekunden.
Auch Kommentator Frank Buschmann hielt sich wacker. Er bewies Vielfältigkeit gepaart mit Objektivität, wobei er gewisse Gehässigkeiten gegen Seriensieger Raab nicht verbergen konnte. Buschmann wirkte sympathisch, auch weil er Unwissenheit zugab („Ich weiß doch nicht, wie schwer Kugeln beim Kegeln sind“).
Die nächste Sendung steigt am 31. Mai. Im Jackpot liegen dann 2,5 Millionen Euro.
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