Ordentliche Quote: Schmidt ruft Bürger zu Airbus-Kauf auf
zuletzt aktualisiert: 20.01.2005 - 13:37München (rpo). Harald Schmidt ist bei seiner ARD-Premiere auf dem späten Sendeplatz auf eine zufrieden stellende Quote gekommen. Am Mittwoch Abend lockte der Meister der Satire um 23 Uhr 2,25 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Damit sicherte er sich einen Marktanteil von 13,1 Prozent. Inhaltlich beschäftigte er sich primär mit Dioxin-Eiern und dem neuen Riesen-Airbus.
Besonders auf die jüngeren Zuschauern konnte sich Schmidt verlassen. In der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen kam die Erstausgabe seiner Late-Night-Show auf 14,3 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen auf 13,2 Prozent. Die Show-Preview am 23. Dezember hatten rund 5,2 Millionen Menschen verfolgt.
Im Vergleich zu Konkurrenz lag Schmidt damit im Mittelfeld. Die Sendung "Johannes B. Kerner" im ZDF verfolgten am Mittwochabend 1,83 Millionen Zuschauer, der Marktanteil lag laut ZDF bei 11,5 Prozent. "Stern TV" mit Günther Jauch sahen RTL zufolge 2,93 Millionen Zuschauer, der Marktanteil betrug 15,3 Prozent.
Schneller, dichter und vielleicht auch ein bisschen nervöser als bei der Show-Preview am 23. Dezember eröffnete Schmidt am Mittwoch sein auf zunächst eineinhalb Jahre angelegtes ARD-Engagement. Ohne Bart und Zottelhaar kam er aus der Kulisse und machte kurzen Prozess: "Du bist gut drauf, alles in Form bei Dir, Mausi?" fragte er "Chefdramaturg" Manuel Andrack, um sich gleich über US-Präsident George W. Bush und "Russoline" Condoleezza Rice herzumachen, die jüngsten Folterfotos britischer Soldaten zu kommentieren und die Quoten der Talk-Kollegen von ARD und ZDF durch den Kakao zu ziehen.
"Mausi" Andrack
Schmidt trägt - so errechnete es die "Welt" - mit seiner Show zu 0,0004132 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik bei. Ein Leichtes deshalb der Aufruf, die Bundesbürger sollten sich einen Airbus bestellen, weil die Zinsen gerade so niedrig sind. Im Gegensatz zur Dezember-Sendung ging Schmidt dabei nur noch am Rande auf die Gerüchte über sein eigenes Einkommen ein.
Dafür durfte "Mausi" Andrack beim Thema Dioxin-Ei gackernd über die Bühne rennen, während Chef Schmidt den Kopf in die "Kleinvoliere" steckte. Ansonsten kam Andrack nicht sonderlich zum Zug. Eher gab Schmidt die Lokomotive, die Einwände seines Adjutanten wie beim Thema Dioxinskandal schon unmittelbar nach dem Luftholen niederwalzte.
Aber vielleicht muss sich das alte Team im neuen Sender erst noch einspielen. Zumindest die Vorgabe "keine Gäste" brach Schmidt bereits für die Donnerstagssendung. Ins Studio lud er Songschreiber Adam Green, der gerade durch Deutschland tourt. Seiner Produktionsgesellschaft Bonito zufolge wollte Schmidt mit Green irgendwie auch ein bisschen plaudern, beim WDR hieß es, dass "sporadisch" doch jemand in die Show eingeladen werden soll.
Bis dahin wirbt das Erste mit kurzen Spots um mehr Zuschauer für "Harald Schmidt" - und zwar mit Schmidt in Urlaubskluft, Bart und langen Haaren. So sehr die Fans das Outfit im Dezember erschütterte, der ARD war es offenbar als Werbung gut genug.
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