"Popetown": Senioren-Union fordert Entzug der MTV-Sendelizenz
zuletzt aktualisiert: 22.04.2006 - 17:11Berlin (rpo). Der Streit um die umstrittene Serie "Popetown" schwelt weiter: Die Senioren-Union hat gefordert, dem Sender MTV solle die Sendelizenz entzogen werden, falls er "Popetown" trotz der heftigen Proteste austrahle.
Der Bundesvorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, forderte die zuständigen Medienanstalten der Länder am Wochenende zu entsprechenden Schritten auf, sollte MTV die Zeichentrick-Serie wie angekündigt am 3. Mai starten.
Trotzt massiver Kritik aus allen Bereichen der Gesellschaft hatte eine Sprecherin des Senders am Freitag auf Anfrage bekräftigt, dass MTV vorerst an der geplanten Ausstrahlung festhalte. Nach einem Tadel des Werberats zog der Sender bereits die Werbung zurück.
Wulff äußerte die Überzeugung, dass nach allem, was der Sender in Werbeankündigungen über den Inhalt verbreitet habe, der Tatbestand der Missachtung religiöser Gefühle erfüllt sei. Da es sich um ein Unterhaltungsprogramm handeln solle, könne sich MTV auch nicht auf die Presse- und Informationsfreiheit berufen.
Entscheidung am Mittwoch
Die Erzdiözese München-Freising forderte den Sender vor einigen Tagen gerichtlich auf, die für 3. Mai vorgesehene Ausstrahlung von "Popetown" zu unterlassen. Die Serie mache das christliche Glaubensbekenntnis lächerlich und störe so den öffentlichen Frieden. Sie zeigt unter anderem einen "durchgeknallten Papst", der zum Herumhüpfen ein Kreuz als Springstock benützt. MTV muss sich bis Mittwoch entscheiden, ob es eine entsprechende Erklärung unterzeichnet.
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