ZDF und Arte blicken in die Zukunft: So leben wir im Jahr 2057
zuletzt aktualisiert: 16.03.2007 - 07:43Berlin (RPO). Seit Menschengedenken träumen wir von Zeitreisen. Unzählige Romane und Science-Fiction-Serien belegen dies. Das ZDF und Arte nähern sich diesem Thema jetzt mit einer spannenden Mischung aus Wissenschaft, Fiktion und gelungener Animationstechnik. Im Dreiteiler "2057 - Unser Leben in der Zukunft" erfahren wir, wie unsere Welt in 50 Jahren wahrscheinlich aussehen wird.
Die Auftaktfolge "Der Mensch" veranschaulicht diesen Anspruch am Beispiel der künftigen Medizin und Gesundheitsfürsorge, die im Jahr 2057 das Leben der Menschen bestimmen könnte. Im Mittelpunkt der Folge steht der junge Arzt Alain (gespielt von Pascale Langdale), der nach einer Geburtstagsfeier schwer verunglückt. Sein Überleben verdankt er einer "intelligenten" Jacke , die mit Hilfe kleinster Sensoren seine wichtigsten Körperfunktionen überwacht. Prototypen solcher Jacken entwickelt der indische Forscher Sundaresan Jayaraman schon heute an einem Institut in Atlanta, USA. Per Funk können sie Daten an Rettungsdienste übertragen, so dass sich im Notfall der Träger orten lässt.
Auch sozialpolitisch machen sich die Macher Gedanken. So muss der Protagonist doch noch um sein Leben fürchten, weil er seine Premium-Krankenversicherung zu verlieren droht. Grund: Er hatte Alkohol getrunken und bei einem Drogentest gelogen. Das Leben für Patienten ist also auch in fünfzig Jahren kein Zuckerschlecken.
Die zweite Folge "Die Stadt" entwickelt ein atemberaubendes Szenario für die Stadtentwicklung in den nächsten fünf Jahrzehnten. Roboter erledigen in diesen Metroplen die niederen Arbeiten. In Paris entstehen zum Beispiel eine ganze Reihe neuer Bauten, der Charakter der Stadt verändert sich völlig. Nur ganz versteckt am Rand steht noch der Eiffel-Turm (siehe großes Bild oben). Ein bisschen schade, dass die Macher nicht dem Drang widerstehen konnten, einige Autos auch fliegen zu lassen. Dennoch: "2057" bietet packende Bilder einer möglichen Zukunft, eine Auswahl finden Sie in der Fotostrecke.
Ehrgeiziges Projekt
In produktionstechnischer Hinsicht gingen die Initiatoren dabei aufs Ganze. An der Erstellung von 500 digitalen Effekten, die notwendig waren, um etwa künftige Autos fliegen zu lassen oder holographische Darstellungen eines Hais zu ermöglichen, arbeiteten mehr als 20 Designer und Programmierer ein Jahr lang. Außerdem wurden über 500 Wissenschaftler aus aller Welt nach ihren jüngsten Forschungsergebnissen befragt.
Ausdrücklich grenzen sich die Filmemacher von pessimistischen Anti-Utopien ab, wie sie Kinofilme wie "1984" oder "Blade Runner" gezeichnet haben. Die Doku-Reihe des ZDF soll stattdessen die Zukunft als Chance begreifen. Der Moderator und bekannte Belletristikautor Frank Schätzing, der durch die Sendung führt, beschreibt den konzeptionellen Ansatz in Form einer Frage: "Wie wollen wir die Zukunft gestalten, wenn wir uns nicht beizeiten mit der Frage auseinandersetzen, welche Zukunft wir haben wollen?"
Sendetermine:
Erste Folge: "Der Mensch", Samstag 20.40 Uhr (Arte) und Sonntag, 19.50 Uhr (ZDF)
Zweite Folge: "Die Stadt", 24. März (Arte) und 25. März (ZDF)
Dritte Folge: "Die Welt", 31. März (Arte) und 1. April (ZDF).
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