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ZDF zeigt die größte Schiffskatastrophe aller Zeiten: So sank die Wilhelm Gustloff

VON MICHAEL HAMERLA - zuletzt aktualisiert: 29.02.2008 - 18:17

Düsseldorf (RP). Zehntausende, die auf der Flucht vor den russischen Truppen waren, hatten sich von dem Schiff im Januar 1945 die Rettung erhofft. Doch nach drei russischen Torpedo-Treffern sank das ehemalige Vergnügungsschiff. Wenige überlebten. Es war die größte Schiffskatastrophe aller Zeiten. Es starben sechs Mal mehr Menschen als beim Untergang der Titanic. Ein ZDF-Zweiteiler schildert die tragischen Ereignisse.

Mit durchaus großen Worten kündigt das ZDF seit einigen Tagen einen Fernseh-Zweiteiler an, der am Sonntag und Montag eine Tragödie ins Gedächtnis rufen soll: Den Untergang der „Wilhelm Gustloff“. Mit mehr als zehntausend Menschen an Bord wurde das ehemalige Vergnügungsschiff am 30. Januar 1945 von einem sowjetischen U-Boot auf den Grund der Ostsee geschickt. Mehr als 9300 Menschen starben, mehr als 1200 wurden gerettet.

Keine Schiffs-Tragödie hat mehr Menschen das Leben gekostet, allein das sichert der „Wilhelm Gustloff“ schon einen Platz in der kollektiven Erinnerung. Noch eindringlicher aber sind die Umstände, unter denen dieses Schiff unterging. Jeder verfügbare Raum war gefüllt mit Menschen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs oft schon seit Wochen vor der Roten Armee auf der Flucht waren.

Minus 18 Grad Lufttemperatur

Die versuchten, nachdem drei Torpedo-Treffer das Schiff erschüttert hatten, ins Freie zu gelangen, einen Platz in einem Rettungsboot zu ergattern. Draußen waren es bei Schneetreiben minus 18 Grad Lufttemperatur, die Wassertemperatur lag knapp über Null Grad. Dann der tausendfache Tod, als das Schiff mit voller Beleuchtung sank. Warum sich beim Untergang alle Lichter eingeschaltet hatten, ist bis heute ungeklärt.

Auch die Geschichte dieses Schiffes ist erzählenswert. Die „Wilhelm Gustloff“, benannt nach einem in der Schweiz ermordeten Nazi-Führer, war als Ferienschiff für Arbeiter und Angestellte konzipiert, die in der Deutschen Arbeitsfront (DAF) organisiert waren. Die DAF war von der NS-Führung als Ersatz für die früheren Gewerkschaften und die Arbeitgeber-Verbände geschaffen worden.

Doch nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden die so genannten „KdF“-Fahrten (KdF war die Abkürzung für „Kraft durch Freude“) eingestellt. Die Wilhelm Gustloff wurde Lazarettschiff und später in Gotenhafen (heute Gdynia) ein Kasernenschiff für künftige U-Boot-Fahrer. 1000 Angehörige der Zweiten U-Boot-Lehrdivision waren an Bord, als das Schiff in der Ostsee sank.

Ein Rätsel

Das war, als es von den Torpedos getroffen wurde, mit einer Tarnfarbe gestrichen und hatte Flak-Geschütze an Bord. Gesichtet wurde das Schiff vom U-Boot S 13, weil es einige Positionslichter gesetzt hatte. Es wollte dadurch der Kollision mit einem entgegenkommenden deutschen Flottenverband entgehen. Dieser Verband wurde nie gesichtet, ein weiteres Rätsel.

Auch die Geschichte des Sowjetischen U-Boot-Kommandanten A.I. Marinesco ist bemerkenswert. Der galt als unzuverlässiger Aufschneider und fühlte sich von seinen Vorgesetzten schlecht behandelt. Er musste die Marine verlassen und erfuhr erst nach seinem Tod eine Art Heldenverehrung. Die wiederum ist äußerst zweifelhaft.

Die russische Marine glaubte noch bis 1990, mit der „Wilhelm Gustloff“ seien 100 U-Boot-Kommandanten und 7000 Nazi-Führer mit Familien getötet worden. Erst der ehemalige Zahlmeister-Assistent der „Wilhelm Gustloff“, Heinz Schön, konnte den Russen schließlich erklären, dass das Schiff vor allem normale Flüchtlinge transportierte.

Quelle: RP

 
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