"Sopranos" räumen bei Emmys ab: So schön kann Mafia sein
zuletzt aktualisiert: 17.09.2007 - 10:30Los Angeles (RPO). Die Kult-Mafia-Serie "The Sopranos" ist der Abräumer bei den diesjährigen Emmy-Awards in den USA. Gleich drei Preise konnte die Serie um den ganz normalen Verbrecher-Alltag in New York einheimsen. Attraktion für die Fotografen: Serientochter Jamie-Lynn Sigler, die im weißen Kleid alle Blicke auf sich zog.
"Boston Legal" hielt mit der Auszeichnung von James Spader als bestem Seriendarsteller dagegen. Der zweitwichtigste Preis, der für beste Comedy, ging überraschend an die neue Sitcom "30 Rock".
Im Rampenlicht der 59. Emmy-Gala in Los Angeles standen aber die "Sopranos", deren fast komplette Besetzung zur Show gekommen war. Ihnen gelang es erstmals seit 30 Jahren das Kunststück, als bereits abgesetzte Sendung die Auszeichung als bestes Seriendrama zu gewinnen.
"Sopranos"-Erfinder David Chase brachte den Charme der Sendung in wenigen Worten auf den Punkt: "Im Grunde ist es eine Geschichte über einen Gangster. Und die Gangster sind damit beschäftigt, ihre Kinder zur Schule und Uni zu bringen und dafür zu sorgen, das was auf den Tisch kommt. Und verdammt, seien wir ehrlich: Was, wenn die Welt und diese Nation von Verbrechern regiert würden..." - Nach einer künstlichen Pause fügte Chase hinzu: "Vielleicht wird sie das ja."
"Haufen Geld von der Mafia geklaut"
Spader genoss seinen Triumph über den "Sopranos"-Star James Gandolfini, dem anderen Favoriten für den Besten-Darsteller-Emmy. "Meine Güte, ich fühl mich so, als ob ich einen Haufen Geld von der Mafia geklaut habe. Und die sitzen auch noch da drüben."
Während die "Sopranos" als Quotenkönige abtraten, kann "30 Rocks" den Aufwind durch den Emmy-Glanz gut gebrauchen. Von Kritikern gelobt, fand die von Tina Fey erfundene Sitcom bisher nicht den großen Zuschauerzuspruch. "Ich danke Dutzenden und Dutzenden von Zuschauern", witzelte Fey.
Als beste Darstellerin wurde Sally Field für ihre Rolle in der Serie "Brothers and Sisters" geehrt. Auch sie freute sich besonders über den Triumph über ihr "Sopranos"-Pendant, Edie Falco. "Wie kann das sein?" fragte sie und verlor den Faden bei ihrer Dankesrede.
Inmitten der Serienstars wurde auch ein Politiker mit einem Emmy ausgezeichnet: Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore wurde für seinen Beitrag für das interaktive Fernsehen des Senders Current geehrt. "Wir versuchen, das Medium Fernsehen zu öffnen, damit die Zuschauer selbst Fernsehen machen und sich dem Dialog der Demokratie anschließen können", sagte Gore, der von den Zuschauern im Shrine Auditorium mit Ovationen gefeiert wurde.
Viel zu tun hatten auch die Sittenwächter des US-Senders Fox bei der Show. Weil der Schauspieler Ray Ramano derbe Witze über das Sexualleben einer Kollegin machte, sahen die Fernsehzuschauer sekundenlang nur ein schwarzes Bild. Und als eine der ersten Emmy-Preisträgerinnen, Katherine Heigl, einen weiteren Kraftausdruck verwendete, schaltete der Sender schnell auf eine andere Kamera um.
Vollsändige Siegerliste:
Seriendrama: "The Sopranos" (HBO)
Comedy-Serie: "30 Rock" (NBC)
Miniserie: "Broken Trail" (AMC)
Varieté-, Musik- oder Comedy-Serie: "The Daily Show With Jon Stewart" (Comedy Central)
Varieté-, Musik oder Comedy-Special: "Tony Bennett: An American Classic" (NBC)
Made-for-TV Movie: "Bury My Heart at Wounded Knee" (HBO)
Reality-Competition: "The Amazing Race" (CBS)
Interaktives Fernsehen: Current
Schauspieler in Seriendrama: James Spader, "Boston Legal" (ABC)
Schauspieler in Comedy-Serie: Ricky Gervais, "Extras" (HBO)
Schauspieler in Miniserie: Robert Duvall, "Broken Trail" (AMC)
Schauspielerin in Seriendrama: Sally Field, "Brothers & Sisters" (ABC)
Schauspielerin in Comedy-Serie: America Ferrera, "Ugly Betty" (ABC)
Schauspielerin in Miniserie: Helen Mirren, "Prime Suspect: The Final Act (PBS)
Schauspieler in Nebenrolle von Seriendrama: Terry O'Quinn, "Lost" (ABC)
Schauspieler in Nebenrolle von Comedy-Serie: Jeremy Piven, "Entourage" (HBO)
Schauspieler in Nebenrolle von Miniserie: Thomas Haden Church, "Broken Trail" (AMC)
Schauspielerin in Nebenrolle von Seriendrama: Katherine Heigl, "Grey's Anatomy" (ABC)
Schauspielerin in Nebenrolle von Comedy-Serie: Jaime Pressly, "My Name Is Earl" (NBC)
Schauspielerin in Nebenrolle von Miniserie: Judy Davis, "The Starter Wife" (USA)
Einzelleistung, Varieté oder Musikprogramm: Tony Bennett, "Tony Bennett: An American Classic" (NBC)
Regie Seriendrama: "The Sopranos: Kennedy and Heidi" (HBO)
Regie Comedy-Serie: "Ugly Betty: Pilot" (ABC)
Regie Miniserie: "Prime Suspect: The Final Act (PBS)
Regie Varieté, Musik- oder Comedy-Programm: "Tony Bennett: An American Classic" (NBC)
Drehbuch Seriendrama: "The Sopranos: Made in America" (HBO)
Drehbuch Comedy-Serie: "The Office: Gay Witch Hunt" (NBC)
Drehbuch Miniserie: "Prime Suspect: The Final Act" (PBS)
Drehbuch Varieté, Musik- oder Comedy-Programm: "Late Night With Conan O'Brien" (NBC)
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