Konzept vorgestellt: So wollen uns ARD und ZDF die WM zeigen
zuletzt aktualisiert: 05.04.2006 - 15:04Hamburg (rpo). Die Fußball-WM in Deutschland wird auch zur großen Bewährungsprobe für ARD und ZDF. In Hamburg stellten beide Häuser jetzt ihr Konzept für die vier Wochen im Zeichen des Balls vor. Man wolle die Fans zwar umfassend informieren, sich dabei aber nicht rund um die Uhr "totsenden", so die klare Ansage. Das ZDF konnte sogar einen Jahrhunderfußballer als Dauergast gewinnen: Pele. Auch die Moderatoren stehen fest.
Dennoch ist der Aufwand der beiden konkurrierenden Sender, die dennoch im technischen Bereich zusammenarbeiten werden, enorm. Beide Anstalten haben ca. 350 Mitarbeiter im Einsatz, vom Kabelträger bis zu Topstars wie Franz Beckenbauer, der an jedem ZDF-Sendetag "im Zweiten" zu Wort kommen soll, und Jahrhundert-Fußballer Pele, der als "Special Guest" in Berlin mehrere Auftritte haben soll.
Für die ARD werden Reinhold Beckmann, der auch für das Endspiel vorgesehen ist, Steffen Simon und Gerd Gottlob als Live-Reporter im Einsatz sein. Bela Rethy, der Reporter des Eröffungsspiels Deutschland gegen Costa Rica in München (9. Juni), Thomas Wark und Wolf-Dieter Poschmann kommentieren die Partien für das ZDF live.
"Unabhängig von diesen großen Namen wollen wir dieses Fußball-Fest intensiv begleiten, aber nicht uns selbst ins Szene setzen", erklärte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Die ARD setzt bei den Spielen der deutschen Nationalmannschaft auf das bewährte Duo Gerhard Delling und Günter Netzer. Das Tandem, das die gesiezte Distanz seit Jahren pflegt, will sich im Falle des Titelgewinns für die Gastgeber sogar das Du anbieten - "zumindest für den Finaltag", wie NDR-Moderator Delling mit einem Augenzwickern einschränkte.
Erstmals Frau vor Ort
In der ARD ist beim Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann in Monika Lierhaus erstmals eine Frau vor Ort am Zug, ein Fakt, der für die routinierte Sportschau-Moderatorin belanglos ist: "Unabhängig vom Geschlecht ist der Anspruch an mich, dass nach den deutschen Spielen möglichst wenige Fragen offenbleiben." Beim ZDF übernimmt Michael Steinbrecher diesen Part.
Das Ziel, die Fußball-Fans nach einem langen Fernsehtag in der ARD eine halbe Stunde gepflegt zu unterhalten, hat Waldemar Hartmann. Der Ur-Bayer empfängt in München zwischen 23.30 Uhr bis 24.00 Uhr regelmäßig Gäste, zu denen auch hin und wieder Entertainer Harald Schmid gehören wird. "Waldi und Harry aus Turin war etwas Einmaliges, das man bei einer Fußball-WM so nicht wiederholen kann, da fehlt der Glanz der Goldmedaillengewinner", äußerte Hartmann.
Anders als bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland wird es keine eigene WM-Radiowelle geben. Stattdessen werden von fünf Uhr morgens bis zwei Uhr nachts allen 62 öffentlich-rechtlichen Hörfunkwellen vom federführenden WDR Informationen angeboten, die sie nach Belieben nutzen können.
"Radio ist das Begleitmedium, das man überall mit hinnehmen kann. Diese Chance wollen wir nutzen", sagte dazu Hörfunk-Teamchefin Sabine Töpperwien. Die ausführlichsten Informationen, so die 45-Jährige weiter, seien auf den Infosendern zu hören, die ihren Schwerpunkt auf das Wort und nicht auf die Musik setzen.
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