"Niedliche, peinliche Anekdoten": "Sonnenallee"-Regisseur findet Ostalgie-Shows "nur doof"
zuletzt aktualisiert: 24.09.2003 - 12:18Berlin (rpo). Für den "Sonnenallee"-Regisseur Leander Haußmann sind die Ost-Shows im Fernsehen "nur doof und nicht wahr". "Sie reduzieren die DDR auf niedliche, peinliche Anekdoten", sagte der 44-Jährige der "Bild"-Zeitung.
Dort träten nur Leute auf, die er und seine Freunde sich schon in der damaligen DDR nicht angesehen hätten. Die hohen Quoten für Ostalgie-Sendungen seien kein Qualitäts-Maßstab. Die Zuschauer wollen nach Haußmanns Meinung damit von der wirtschaftlichen Misere abgelenkt werden.
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten seien die Menschen jetzt gerne bereit "zu vergessen, dass wir stinkende Autos fuhren, in die beschissenste Armee der Welt mussten, um uns von Idioten quälen zu lassen." Die Menschen sähen sich nach Ablenkung um. "Dabei hat uns die Diktatur einen wichtigen Teil unseres Lebens gestohlen."
Er sei mit 30 noch nie "draußen" gewesen. "Wir wurden überwacht und denunziert, zum Teil auch von Nachbarn und Kollegen. Ich bin froh, dass dieser Albtraum vorbei ist." Haußmanns neuester Film "Herr Lehmann" nach dem Buch von Sven Regener über Menschen in der Kreuzberger Szene der 80er Jahre kommt am 2. Oktober in die Kinos.
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