Kartellamt: Springer macht offenbar Zugeständnisse für TV-Übernahme
zuletzt aktualisiert: 09.12.2005 - 06:43Bonn/Berlin (rpo). Einem Pressebericht zufolge ist der Axel-Springer-Konzern im Streit mit dem Bundeskartellamt um die Übernahme der Sendergruppe ProSiebenSat1 zu erheblichen Zugeständnissen bereit. Der Verlag habe der Behörde am Donnerstag unter anderem angeboten, seine Verbindungen zum Medienriesen Bertelsmann weitgehend abzubrechen.
Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Springer stellte demnach in Aussicht, einen Anteil von 25,1 Prozent an dem Tiefdruckunternehmen Prinovis, das mehrheitlich zu Bertelsmann gehört, zu verkaufen. Offenbar seien auch Maßnahmen bei von Springer und Bertelsmann gemeinsam betriebenen Pressevertriebsfirmen und Privatradios geplant.
Wie das Blatt weiter berichtete, protestierte das mit Springer traditionell befreundete Verlagshaus Hubert Burda Media beim Kartellamt bereits frühzeitig gegen den von Springer geplanten Zusammenschluss mit ProSiebenSat1, weil durch die Verbindung eine erdrückende Medienmacht in Deutschland entstehe. Burda befürchte vor allem Nachteile bei der Akquisition von Werbeaufträgen für seine Zeitschriften. Springer könne in seinen Zeitungen und Fernsehsendern Werbekombinationen mit hohen Rabatten anbieten und anderen Verlagen Aufträge wegschnappen, hieß es in der Zeitung.
Das Kartellamt hatte zuvor Bedenken gegen den Kauf der Fernsehgruppe durch Springer angemeldet und mit einem Verbot gedroht. Springer wurde jedoch die Möglichkeit eingeräumt, die Wettbewerbshüter bis Donnerstag um Mitternacht von der Unbedenklichkeit des Geschäfts für die deutsche Medienlandschaft zu überzeugen. Dieses Ultimatum schöpfte der Konzern weitgehend aus. Bis Donnerstagnachmittag war bei der Bonner Wettbewerbsbehörde nach Angaben einer Sprecherin noch keine Nachricht eingegangen. Eine Specherin des Verlags betonte jedoch, die Frist ende erst um Mitternacht.
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