TV-Show "Schlag den Raab": "Stefan ist eben eine abgezockte Sau"
VON CHRISTIAN KURTH - zuletzt aktualisiert: 18.01.2009 - 12:08Köln (RPO). Zwei Millionen Euro sind in Zeiten der Finanzkrise eine Menge Geld. Genau diese private Konjunkturhilfe gab es am Samstagabend in der TV-Show "Schlag den Raab" zu gewinnen. Doch Kandidat Marcus kämpfte nicht einmal, gestand dem Sieger am Ende zu: "Stefan ist eben eine abgezockte Sau".
Okay, am Duell gegen Kampfschwein Raab scheiterten in den vergangenen drei Ausgaben der Mehrkampfshow nicht nur die größten Muskelmänner, sondern auch ein gestandener Olympiasieger. Doch diesmal brauchte sich der Gastgeber nicht einmal anzustrengen.
Dabei hatte es für Lehrer Marcus so gut angefangen. Mit einer bisher noch nicht da gewesenen Überlegenheit in der Zuschauergunst setzte sich der attraktive 39-Jährige zu Beginn gegen vier Mitstreiter durch. Der Vorsprung lag nicht etwa darin begründet, dass er all seine Schüler mit Handys ausgestattet hatte (Vermutung von Moderator Matthias Opdenhövel). Stattdessen hatte Marcus Gangloff bei seiner Vorstellung angekündigt, das Geld im Falle des Sieges mit seinem Bruder zu teilen.
Ein sympathischer Zug, der den Wunsch des Millionen-Publikums, Raab endlich wieder verlieren zu sehen, steigerte. Doch schon nach dem dritten Spiel "Eishockey" hatte der Kandidat seinen Kredit verbraucht. Nicht nur, dass der Gymnasial-Lehrer nach einer katastrophalen Vorstellung zweistellig verlor, er versuchte, sich im Anschluss mit lächerlichen Behauptungen rauszureden.
"Es war ein bisschen komisches Eis", meinte Marcus. Genau, es war glatt, optimal um mit Schlittschuhen darauf zu fahren. Und dann der Höhepunkt: "Wir hatten keinen Meter, um uns mal einzufahren." Ja neee, is klar. Im Vorstellungsfilm hatte sich der Lehrer noch als Eishockey-Crack gezeigt – ein Fake?
Zu allem Überfluss ging es wenig später noch mal aufs Eis, diesmal auf Bowlingschuhen zum "Eisfußball". Die Schmach geriet noch schlimmer, denn aus Angst vor einem Sturz bewegte sich Kandidat Marcus nicht mal mehr. Raab traf derweil, wie er wollte, und demütigte den hilflosen Nürnberger mit Mäzchen hinter dem Tor.
Auch auf der knapp 30 Meter hohen Feuerwehrleiter entpuppte sich Marcus als Weichei. Während Raab die Sprossen im Sprint bewältigte, hielt es sein Gegenspieler trotz der Aussicht auf zwei Millionen Euro nicht für angebracht, seine vorsichtige Gangart aufzugeben. Nach eigenem Bekunden hatte er keine Höhenangst, aber das Zittern der Leiter habe ihm zu schaffen gemacht.
Immerhin zwang er Raab bis zum 14. von 15 möglichen Spielen. Doch bei "Blamieren oder Kassieren" ließ Raab nichts mehr anbrennen. Nicht nur für Marcus Gangloff ein frustrierender Augenblick. Auch das Publikum, das bis 0.39 Uhr durchgehalten hatte, hätte sich einen härteren und damit erfolgreicheren Gegner gewünscht.
Zumindest die Musik-Einlagen entschädigten ein wenig. Während der Spielpausen sorgten die Schweden-Rocker von Mando Diao mit "Dance with Somebody", Max Mutzke mit "Marie" und James Morrison mit "Broken Strings" für Abwechslung. Gute Auswahl.
Raab hat seinen eigenen Rekord von vier Siegen in Folge eingestellt. In der nächsten Sendung am 18. April geht es jetzt um 2,5 Millionen Euro. Wenn es nach Stefan Raab geht, kann die Serie weitergehen: "Das Ziel sind jetzt natürlich die drei Millionen."
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