"Investigativer Journalismus behindert": "Stern"-Reporter Tillack: Schwere Vorwürfe gegen belgische Justiz
zuletzt aktualisiert: 22.03.2004 - 08:43Hamburg (rpo). Der in der vergangenen Woche in Brüssel verhaftete "Stern"-Reporter Hans-Martin Tillack hat schwere Vorwürfe gegen die belgische Justiz erhoben.
In einem Interview der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe) warf er den belgischen Behörden nun vor, mit der Aktion den kritischen Journalismus behindern zu wollen.
Tillack sagte, er habe während der gesamten zehnstündigen Durchsuchung seiner Privatwohnung und seines Büros nicht telefonieren oder mit anderen Personen Kontakt aufnehmen dürfen. "Selbst Anrufe meiner Frau durfte ich nicht annehmen", sagte er.
Als er sich beschwerte, habe ein Polizist den "unglaublichen Satz" gesagt: "Was wollen Sie denn, in Burma werden Journalisten noch viel schlechter behandelt."
Tillack kritisierte einen mangelhaften juristischen Schutz der Presse in Belgien. Dadurch werde der investigative Journalismus behindert.
"Es ist skandalös, dass die EU-Behörden in einem Land residieren, in dem die Pressefreiheit mit Füßen getreten wird und wichtige Grundrechte für die Arbeit der freien Presse wie Informantenschutz und Zeugnisverweigerungsrecht nicht gewährleistet sind", sagte er.
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